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Israelitische Annalen · 1839-03-15 · Heft 11 (15.3.1839) · p. Seite 86

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 11 (15.3.1839)
Date
1839-03-15
Page
Seite 86 (sequence 6)
Language
German
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ihrer Wahl sind, weil sie wohl wußten, daß man sie verstehen würde. So übertrugen sie Montpellier mit MmeS mit o^jr> Lunel mit irp*T< (von fW» Mond) u. f. w. — Daß solche Doppelnamen Vorkommen, beweist H. R. auch sonst auS der Literaturgeschichte, z. B. Hajim Vital Calabrese, wo der erste Name von einem Dorfe Vital, dem Sitze der Vorfahren, und der zweite von Calabrien herrührt, wo er selbst gewohnt hat. Auch findet sich bei'm Juda Leon di Modena ein solcher Uebergang des Stadtnamens zum Familiennamen; denn er selbst war nicht aus Modena, sondern aus Venedig, wohin sein schon nicht mehr in Modena, sondern in Ferrara ansäßiger Vater, des Erdbebens wegen, geflüchtet war. — Demnach scheint alles die obige Bermuthung zu bestätigen, und ist es leicht erklärlich, weshalb Elieser in seinen Gesängen sich bald Kaliri allein, bald mit vollständiger Benennung und beiden Städtenamen unterzeichnet, je nachdem er die Verse kürzer und weiter ausdehnen wollte. _ Arralecten von Dr. Carmoly m Brüssel. 5. Genealogie des R. Lcvi B. Gerson :□*■>"! Der bekannte Abr. Sachuth im Juchasin (ed Crac. 133. 2. Amst. 101. l) nennt den Ramban den Großvater unsers Rldg. von Mutterseite. Dies ist nicht klar. Exod. xxxiv. 9. p. 9.114.2 nennt er nämlich seinen Großvater: Levv Cohen; dieser muß der Vater seiner Mutter sein, weil er so wenig wie sein Vater (im Buche ’njTtf) jemals alS Cohen bezeichnet wird. Der Jrrthum besteht darin, daß der Ramban fein Urgroßvater war, und zwar von Vaters Seite. Wirklich finden wir, daß seine Mutter eine Tochter des R. Levi war; RGA des R. Simon Duran l. §. 134; sagt: „Obgleich R. Levyb/G. ein großer Gelehrter, und uns nahe verwandt ist, (denn sein Großvater R. Levy Cohen war auch Großvater meines Großvaters R. Juda dilespils (?), genannt Bonjua de Moro, nach einem Dorfe; auch hatte R. Levy die Schwester meines Großvaters zur Frau) so gilt doch in der Wissenschaft kein Ansehen der Person, und die Wahrheit ist uns näher verwandt. In der Handschr. Sammlung der Sorbonne, Bibl. Roy. zu Paris, Nr. 50. befindet sich eine sehr sctwne Handschrift des Raschi, in welcher es am Schlüsse heißt: „Ich David b. Gerschom habe diesen Comm. für meinen Bruder Levy geschrieben; angefangen am 1. Chislev 58, und beendigt 14. Elul. (1298.) — Rlbg. verfaßte s. Comm. zu den 5 Megilloth im I. 1326, dann s. n rtönbü 1329 5 s. Comm. zum Pentateuch beendigte er 23. Schebat 91 in Esavvz (also 1331 Ans.) nicht wie in den gedruckten Er. steht, 98; wie sich daraus ergibt, daß er 17 Chechwon 90 den Comm. zu Gen.; und Neumond Elul dess. I. auch den zu Erodus schon fertig hatte; der zu den drei andern Büchern wirb also . schwerlich ihn 7 Jahre beschäftigt haben. Zudem war schon der Comm. zu Samuel am Neumond Adar 98 fertig, nachdem er Josua und Richter auch commemirt hatte. Alles dies bezeugt die Richtigkeit unsrer Conjectur. e. In Bezug auf die historischen Fragen in Nr. 1 dieser Analecten forschte ich zunächst nach dem in Jmmanuel's „Hölle und Paradies" erwähnten Arzte, R. Isaak, Vater deS R. Binjamin; — denn bekanntlich sind alle Personen des trefflichen Gedichtes historisch. In einem handschriftlichen Briefe deS Arztes Serachja b. Jsaac b. Scheelthiel Chen aus Barcellona zu Rom unter Padst Bonifaz vm. an den großen Arzt R. Hill el auS d. Lombardei (bei mirin Mscr.) sehe ich, daß dieser Papst einen Arzt, Namens R. Jsaac hatte; ohne Zweifel derselbe, von welchem Immanuel spricht, der lange nach ihm lebte. Die Worte des Briefes lauten: „Da kam zu mir der Schwager des Arztes des Pabstes, R. Jsaac (dies ist nur eine Abbrev. v. nTP FOIEND p^H) und sagte mir, der Böte sei im Begriff, abzugehen; wenn ich also eine Antwort habe, möchte ich sie mitgeben rc. Weil ich nun aber in mein Vaterland zurück zu gehen gedenke, um bei meinen Vätern zu ruhen, habe ich dem päpstlichen Arzte gern nachgegeben. Deine Fragen sofort zu beantworten rc. Nachrichten und Correspondenzen. Heidelberg. — Allhier ist so eben erschienen: Erster öffentlicher Bericht über die Wirksamkeit deS Vereins zur Unterstützung unbemittelter israelitischer Studirender in Heidelberg. Der fast gänzliche Mangel an Univerfitätsstipcndien für arme jüdische Studenten benimmt oft gerade den besten Köpfen die Möglichkeit, ihre Talente auszubilden. Hierdurch wirb nicht nur der Sache de?'Wissenschaft und Humanität überhaupt geschadet, sondern auch das höhere geistige Interesse der Juden schon im voraus seiner besten Streiter in einem Kampfe beraubt, in welchem gerade die Waffen des Geistes die glänzendsten Vortheile in unseren Tagen errungen haben. — Deshalb ist die Abhülfe dieses Mangels eine der dringendsten aber auch der schönsten Forderungen unserer Zeit, und Vereine, wie der in Rede stehende, dürsten der Unterstützung eben so würdig sein, als die zur Verbreitung des Ackerbaues und der Handwerke unter den Israeliten. Der erste Gedanke zur Gründung dieses Vereines ging von den Herren vr. jur. Cohen in Hannover und Buchhändler Cohen in Bonn, damals Studirenbe an der hiesigen Universität, und von Herrn vr. Reh fuß dahier aus.-7 Durch die rege Theilnahme, die deren Vorarbeiten bei den Herren Adolph Zimmern dahier und Heinrich Traumann, jetzt in Mannheim, fanden, konnte noch 1827 zum Entwürfe der Statuten, zur Bildung einer Verwaltungs- Kommission und schon im Dezember desselben Jahres zum Einsammeln milder Beiträge geschritten werden. Als dis zum Ende des Jahres 1829 das von den Statuten »orgeschriebene, unangreifbare Capital von 1200 Gulden gegründet war, wurde sogleich mit der Unterstützung unbemittelter Studirender dahier begonnen und bis auf den heutigen Tag unausgesetzt fortgefahren. — Im Jahr 1833 wurden die ersten Statuten einer zweckmäßigen Revision

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