Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 11 (15.3.1839)
- Date
- 1839-03-15
- Page
- Seite 84 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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84 v. Diin yy 'nyttf (Nach Wolf, Thl. 3, S. 156 handschriftlich in der königlichen Bibliothek zu Paris, wo der Df. 1LLI2 s^Q'22 1 angegeben ist, derselbe Name, den Sabathei bei dem Büchlein j-plp angiebt.) Zn der Literatur der Gnomen tritt nun eine mehr als dreihundertjährige Pause ein, das angeführte Merkchen unterbricht dieses Schweigen, Es ist in Prag 161V gedruckt und 4 Quartblälter stark. Der Verfasser desselben heißt Bin ja min (wie dies fich aus den Anfangsbuchstaben eines zu Anfang und Ende befindlichen Gedichtes ergiebt.) Der Drucker sagt auf dem Titelblatt, er habe gehört, daß derselbe auch Vers, des Buches W mp sei. Das Büchlein enthält 52 gereimte Gnomen höchst mittelmäßig stylisirt, alle auf das Wort □'»n (Leben) ausgehend. Es sind vierzeilige Strophen, größtentheils aus Bibelversen zusammengestellt, ohne Salz. Zede Strophe enthält eine eigene Rubrik. Zur Probe theilen wir folgendes mit: nntsn bn iw ro-G G nwx *121 rwn ^2 roiijj mx:n rein dk Eye ox ronx xsö'i wjiDs 1I5D5 nw» TOD'Xl D^n penn wxn (Was Segen bringen kann, bas mußt du nicht zerstören, Sei groß es oder klein, so kann's Genuß gewähren. Wie könnte durch schlimme That sich selbst entehren Und finden Heil der Mensch, der wahrhaft sucht nach Leben? VI. nilQ ne von Jehuda Löd Margolis (Dyrenfurth 1747). Ein brauchbares ethisches Merkchen, aus vielen ändern alten hebr. Werken geistreich zusammengeschriebtN mit eingeflochlenen Versen, die mit unter gar nicht schlecht sind, nach persischer Art gebauet. Moralische Gebote, oft epigrammatisch, untermischt mit Wahrnehmungen aus dem Leben, z. B.: n2'n5 my inx jnn pt n:iex2 dm 122 “M2^n D^lpM OO2X IL'X •n:*G22 ino naw ne:m (Die schlimme Zeit, die ihren Wandel krönt. Muß mit dem Meere wahrlich ich vergleichen. Welches Edelsteine in seinem Schoße birgt Und hoch emporhebt nur die Leichen.) VH. nippen Von derselben' Art und recht geistreich zusammengestellt von Zehuda Lewi aus Wilna (Königsberg 1785). Die Spruche sind größtentheils aus den altern wohlbekannten Werken entnommen, oft versificirt. Von einigen Sätzen gibt der Sammler selbst die Quellen an, nämlich Charisi und Abr. Chisdai, auch aus dem ppn 2D2n nilD sind viele Sätze darin. vm. F|DX drei Bändchen, von dem gelehrten Vielschreiber I sa a k aus Satnow, daher gewöhnlich S a t n 0 w genannt. Dieser Mann hatte die sonderbare Gewohnheit,*) *) Der damalige Rabbiner zu Berlin, Hirsche!, sagt in seinem Gutachten zu desselben Verfassers im seine Werke berühmten Männern aus dem Alterthum beizulegen, und so mußte zu dem hier angeführten Buch der alte Psalmist Asaph seinen Namen hergeben, dessen vorgebliche Sprüche er mit einem weitläufigen Commentar versah. — Das Buch ist den Sprüchen Sa lo m on s und S irach s sehr gut im reinsten Hebräisch nachgedildet und verdient von sprachlicher Seite die größte Beachtung. (Fortsetzung folgt.) Literatur. Königskrone, von Salomon ben Gabirol. Metrisch übersetzt von Leopold Stein. (Bei Sg. Schmerber in Frankfurt am Main. XL und 101. S. 8.) Der durch seine Stufengesänge bereits rühmlich bekannte Verfasser dieser Uebersetzung gibt in der Einleitung eine lehrreiche Dkachweisung über den Autor des Originals, welcher um's Jahr 1670 in einem Alter von etwa 30 Jahren verstarb, und über dessen Geist, wie insbesondere über die innere Einrichtung des Gedichtes: Königs-Krone, welches zum jüdischen Ritual gehört, und eine in poetischem Schwünge gehaltene Betrachtung über Gott, die Welt und den Menschen dardietet. Da in dem Gedichte viele astrologische Ideen jener Zeit mit berührt werden, so fügt Herr Stein mit Recht auch darüber eine Erläuterung hinzu, welche für den Gegenstand ausreicht. — Die Uebersetzung hält sich der Form nach ziemlich nahe an die Reimprosa des Originals und sucht dessen Geist so viel als möglich in die deutsche Sprache zu übertragen. Deutsche Leser werden zwar nicht überall erhabene und in sich einig verbundene Poesie finden, vielleicht auch selbst die strenge Einheit der classischen Werke vermissen, — aber dennoch dies Lehrgedicht aus jener Zeit, die wohl nicht viel poetisches aufzuweisen hat, als ein schönes Denkmal des frommen Sinnes betrachtet, mit Erbauung lesen, und dem Dichter seinen Lorbeer nicht versagen. Der Uedersetzer hat mit Sorgfalt und Umsicht darnach gestrebt, es in einem schönen Gewände dem Occidente zuzuführen.— Eine kleine Probe aus dem dritten Abschnitt möge hier ihren Platz finden. O möcht' es doch dein Wille sein, — Mein Herr und Gott' zu beugen meinen harten Sinn, — und nicht zu schau'n auf meine Sünden und Verbrechen! — mich nicht zu nehmen in der Hälfte meiner Tage! — Bis ich mir erst verschaffte Speise, — erst Zehrung für den Tag der Reise! — O wenn ich ging aus deiner Welt, — wie sie mich einst empfangen, — wenn nackt ich käme in mein Zelt, — wie einst ich ausgegangen — warum ertönte mir sehr witzig „Satnow unterscheidet sich von allen dadurch , daß während andere fremdes Eigenthum stehlen, um es sich zuzueignen, er sich selbst bestiehlt, um es andern zuzueignen.