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Israelitische Annalen · 1839-03-01 · Heft 9 (1.3.1839) · p. Seite 68

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 9 (1.3.1839)
Date
1839-03-01
Page
Seite 68 (sequence 4)
Language
German
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68 Gnomenschatz der Israeliten, bis sie denselben mit den Uebersetzungen der Araber aus den Werken der griechischen Weisen bereicherten. Solche arabische Sammlungen eristirten schon zur Zeit der Geonim, und es wurden zu Ende dieser Periode auch von jüdischen Gelehrten ähnliche angelegt. Unseres Wissens war Salomvn Ben Gabirvl der erste unter den jüdischen Gelehrten, der aus arabischen Sammlungen ein solches Buch in arabischer Sprache zusammentrug, welches Jehuda Eben Tibon in's hebr. übersetzte und Zoseph Kimchi (Vater des bekannten Eregeten Kimchi) hebr. versificirte. *) Dasselbe zerfällt in 62 Rubriken, worin nur die Sätze und Sprüche der Weisen Vorkommen, ohne die Namen ihrer Urheber. Es enthält nützliche und beherzigenswerthe Gedanken, ohne allen sprachlichen Schmuck vorgetragen. Ebn Tibvns Uebersetzung ist an manchen Stellen hart und dunkel wie alle Werke dieser Art. (Vergl. unsere Ehrensäulen und Denksteine S. 11.) Mehrere arabische Sammlungen dieser Art findet man verzeichnet in von Diez Denkwürdigkeiten von Asien (Berlin 1811 — 15) B. 2. S. 269, wo eine ähnliche Sammlung aus dem Persischen unter dem Namen „Lehren der Weisen" in's Deutsche übertragen ist. In diesem Bande stehen auch von S. 11 dis 10» die Sprüche der vier ersten Chalifen aus dem Arabischen als Fortsetzung von B. 1. (S. 4 dis 29), wo S. 71 bis 91 auch „rühmliche Denkmäler der Ienier" aus dem Türkischen übersetzt sind. Manche Sätze haben wir hier wörtlich so gefunden, wie in den hebräischen Sammlungen. verschiedene dieser Sentenzen und sonstige Redensarten gesammelt sind, herrscht die größte Unordnung; jedoch ist es gut zum Nachschlagen. Ueber die talmudischen Tractate, die dlos Sentenzen enthalten, z. B. Pirke Aboth und Abvth derabi Nathan, vergl. Zunz a. a. O. S. 166, 168 f. f. Zu bedauern ist es, daß David de Lara, der mit großer Sprachkenntniß ausgerüstet war, sein im Nachwort zum n:iro iro angeführtes Werk über alle Sprichwörter im Talmud, nicht bekannt machte. Ueber die talmudischen Sprichwörter werden wir bald in diesen Blättern etwas specielles mittheilen, so wie auch über den Geist der Marimen u. s. f. Nopitsch (CH. B.) in seiner Literatur der Sprichwörter, Nürnberg 1822. 8., hat eigentlich von der ganzen heb. Gnomenliteratur nur die Sprüche Salvmonis, das Buch der Weisheit, Ben Sira und Pirke Aboth. Da jna '"HiTQK und die eigentl. Gnomen von Alcharisi u. dgl. sind auf den 16 Seiten starken Artikel über heb. Sprichwörter (von S. 154—76) nicht erwähnt S. 161 ist folgendes Buch angeführt: Sentences et proverbes des anciens rabbins eo hebreu, Italien et fran- 9ois. Paris. 1629. WaS wir für Literatoren bemerken. *) Dergl. Catal. der Opp. Bibliotb. (S. 456 Nr. 1404.) O'NO -iras '0- Kin BHpn bpw 'D Wahrscheinlich durch den Namen des Buches verleitet (Peninim) wollten es einige dem bekannten Jedaia Hapnini aus Bidrasch (Beziers) zuschreiben. Diese Bearbeitung in Versen ward nie gedruckt. Die prosaische Uebersetzung erschien in Crcmona 1546 und zuletzt Lemberg 1792. 16»k>. Hier noch ein Paar Proben: Capite! 1. Von der Weisheit. 7) Man fragte einen Weisen einst: Wodurch bist du weiser als deine Freunde? Er antwortete: weil ich für Oel mehr ausgab (zum nächtlichen Studium) als sie für Wein (Von Jmanuel versificirt S. 12.) 12) Ein Unwissender machte einst einem Weisen eine dumme Einwendung. Der Weise erwiederte: Wüßtest du, was du gesagt hast, so hättest du mir keine Einwendung gemacht; wüßte ich nickt, was du gesagt hast, so hätte ich dich beschuldigt; du beschuldigst mich nur, weil du mich nicht verstandest; weil ich deine Unwissenheit kenne, entschuldige ich dich. (Arabische Schriftsteller legen dies ihrem berühmten Chalil in den Mund. Vergl. Freitags arab. ProsodieS.24). Capitel 27. Von der Gesellschaft. 62) Was ist wohl dem Menschen ersprießlich? Verstand— Wenn er diesen nicht besitzt? Gold — Fehlt dies auch? Wenn seine Fehler bedeckt ein Weibchen hold — Besitzt er auch dieses nicht? ist Schweigen höchst notwendig — Kann er auch dieses nicht? so grabe er sich ein lebendig — (Abraham den Chisdai hat diesen Gedanken hebr. hübsch versificirt in seinem -Wjm "j^En p S. 60). An diesen Spruchsatz schließen sich: 11. "HDIE*) Sittensprüche der Philosophen) an, welche von Chanania ben Isaak aus dem Griechischen**), Hebräischen und Syrischen in's Arabische, und dann von Jehuda Alcharisi auf Ansuchen einiger Literatur, freunde zu L ün el, in's Hebräische übertragen worden. Hier sind die Sätze immer einem Weisen in den Mund gelegt, f) Das Werk ist in drei Hauptstücke getheilt. Das erste enthält 20 Abschnitte: Unterhaltungen der Könige mit verschiedenen Weisen. Manche dieser Erzählungen sind aus griechischen Schriftstellern. bekannnt. Das zweite Hauptstück enthält einundzwanzig Abschnitte, sämmtlich specielle Sprüche von vielen Weisen. Der vierte Abschnitt enthält einen Brief von Aristoteles an Alerander. §) Im einundzwanzigsten Abschnitt *) Gedruckt Riva di Trenta 1562 4to und Lüneville18034to. **) S. ersten Abschnitt des ersten Hauptstückes. -f) Vergl. Aristoteles Leben von Dr. Adolph Stahl-. Th. 2. S. 169. §) Es kommen folgende Namen darin vor: Plato Socrares EtfipID, Timäus dine^E, Diogenes Aristoteles VECnK, Hipyocrates ENlplEPN, Galenus Plinius (?), Solon j^id, Berosus Dllßn'a st- 'T2, Pythagoras Bn;rG, Epicurus onipID Lokman Hermes 212171, Ptolemäus 21'E^EE, HomerDiTEIN, AntoninusDl^jK, Euclides DT'/plN, Demokrit E'HplE’H, Agis qv,^, Aesculavius i^ipoN, Origenes D^nK, Kriton pEnp, Osiris Dnt)1N- Außerdem kommen noch folgende Namen darin vor: Pyrrhon? DianiD iDD’nttljiO’mi! «D1-pp iDIDN^D iDip^j-lEN* isl^OD iDWEDnp OvbpK (i"j^on) ^pin icf?orr) ^cie:n iQ’u-nno

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