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Israelitische Annalen · 1839-02-22 · Heft 8 (22.2.1839) · p. Seite 58

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 8 (22.2.1839)
Date
1839-02-22
Page
Seite 58 (sequence 2)
Language
German
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58 fand, und Vater und Sohn wurden bald die eifrigsten Mitglieder einer Gesellschaft „für Fleiß und Arbeit," welche 1798 errichtet wurde, um bedürftige israelitische Jünglinge zu einem Handwerke oder einem sonstigen bürgerlichen Gewerbe zu unterstützen. Nachdem in diesem Jahre die Gilden aufgelös't waren, legten 27 jüdische Bürger die erste Grundlage zu diesem wohlthätigen Vereine, welcher im I. 1807 schon 446 Mitglieder zählte. Ein Bericht aus diesem letzten Jahre erzählt von den Schwierigkeiten, die man noch hinsichtlich der Meisterschaft eines Schlossers gegen die Vorurtheile der früheren Gildencommissäre zu bekämpfen habe, und die Dienste des Herrn Advokaten C. Asser, welchem es gelungen war, die Hindernisse zu beseitigen. Späterhin wurde dem Herrn C. Asser von Seiten des Vereines eine goldene Medaille zur Anerkennung seiner Verdienste um dessen Zwecke überreicht. *) Nachdem man den Kirchenvorftehern gegenüber alle möglichen Mittel zu einer gütlichen Vereinigung vergeblich versucht hatte, wurde endlich auf Antrag des Vaters Asser eine Spaltung beschlossen, und die Gesellschaft: kelix libertate entschied sich für Errichtung einer neuen Synagoge. Dieß war die unter dem Namen: AdathJeschurun bekannte neue holländische Gemeinde zu Amsterdam, welche bis zum I. 1808 bestand, und selbst ihren eigenen Rabbiner in der Person des Herrn Jsaac Abrahamssohn (eines jüdischen Proselyten) hatten. Die Bedeutung dieser Gemeinde lag allerdings nur in den Hoffnungen, zu welcher sie Veranlassung geben konnte, und die sie aus weiter unten bezeichneten Gründen nicht erfüllt hat. Ein Schisma war besonders zu damaliger Zeit ein außerordentlicher Schritt, und vielleicht an keinem Orte so sehr, wie in Amsterdam zu billigen, wo es bei der Masse von ungebildeten Juden kaum möglich ist, eine allgemeine Durchbildung abzuwarten. War der Schritt einmal gethan, hatte man es gewagt, den Verwünschungen einer fanatischen Parthei zu trotzen, ließ man den Ruf der Irreligiosität und des Abfalls über sich ergehen, so war doch einmal eine Zahl kräftiger, beffergesinn- 1er Juden vereinigt, der Geist der Prüfung konnte *) Bydragen, beirekkelyk de vet'betering van den maatschappelyken Staat der Joden. Th. 1. S. 313. (Diese Wochenschrift wurde jeden Freitag herausgegeben vom 11. August 1803 bis zum 31. Dec. 1807.) seine Bahn weiter verfolgen, und noch andere Gegenstände in seinen Kreis hineinziehen, die ebenfalls eine Umgestaltung verdienten. Dies war von unserm Standpunkte aus, die Aussicht, welche die neue Gemeinde hätte eröffnen können. Wort und That einiger Mitglieder verrathen zur Genüge, daß es an dem gehörigen Lichte nicht fehlte, und daß Engherzigkeit nicht die Sache der Meisten war. Und dennoch war der einzige Forschritt , der jene neue Synagoge vor der alten auszeichnete, der, daß bei öffentlichen Reden die holländische Sprache, als die Muttersprache, nicht verpönt wurde, daß man den 2. September als den Tag der Emancipation jährlich feierte, und daß man die Todten nicht mehr wie früher, in den ersten 24 Stunden nach ihrem Verscheiden beerdigte; eine blos polizeiliche Maaßregel. — Schwache Resultate eines harten Kampfes.*) Acht Jahre waren so verstrichen, als König Ludwig sich Bericht über die Zwistigkeiten der Gemeinde ertheilen ließ. Dieser, durch C. Asser gegeben, hatte natürlich den Sieg der Adath Jeschurun zur Folge, so daß die Kirchengewalt den Parnassim genommen und die alte mit der neuen Gemeinde wieder vereinigt wurde. Mittlerweile fand auch^die unter dem pompösen Namen der großen Sanhedrin bekannte Versammlung in Paris statt. C. Asser gehörte zu den von der neuen Gemeinde dahin gesandten Deputirten. Jndeß haben weder diese Mission, noch deren Verhandlungen einen bleibenden Werth. **) Bald nach seiner Rückkehr aus Paris legte C. Asser seine Praxis nieder, und wurde den 8. November 1808 zum Chef der zweiten Abtheilung des Cultminifteriums ernannt. Als ungefähr ein Jahr *) Les syndics defendirent de s’allier par le mariage aux scissionnaires, les mirenfc pour ainsi dire hors de la loi, et saus l’assistance de la bourgeoisie aruiee, ceux-ci eussent peut-etre ete massacres. — Croirait-oa que les syndics eurent l’audace d’entamer avec l’argent destine aux pauvres, vingt-trois proces injustes et couteux contre vingt-trois membres de la nouvelle communaute , pour les faire condamner chacuu a l’ameude de mille florins, en vertu d’un article du regiement eite precedemment et aboli par le souverain.” — Abbe Gregoire 1. c. 7. **) In einer kleinen Brochüre: Pieccs concernant la deputation de la communaute israelite sous le noin d’Adath Jesurun d’Ainsterdam au Grand Sanhedrin de Paris. A 1807. p. 32. sind alle Aktenstücke vereinigt. —

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