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Israelitische Annalen · 1839-02-22 · Heft 8 (22.2.1839) · p. Seite 57

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 8 (22.2.1839)
Date
1839-02-22
Page
Seite 57 (sequence 1)
Language
German
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SS. Februar. N^o 8. 1839. Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultur -er Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von Dr. I. M. Jost. Historische Schilderungen; Carl Asser und die holländischen Juden in neuerer Zeil (Schluß.) — Literarische Auszüge von Dr. Creizenach. — Proben jüdischer Dichtungen von Dr. C. St rafft. — Analecten: 4. Robert, König von Neapel. — Nachrichten und Correspondenzen: Berber«,; Constantinopel: Surinam; Holland; Sachsen. — Anzeigen. Historische Schilderungen. Carl Asser und die holländischen Juden in den letzten vierzig Jahren. » (Schluß.) Um diese Zeit fing auch Asser seine akademischen Studien unter Wyttenbach und H.C. Eros am Athenäum zu Amsterdam an, und vertheidigte am 3. Juli, 1799 an der Universität zu Leiden seine Jnauguraldisputation über eine schwierige Frage aus dem Seerechte, welche in dem damaligen Kriege mit Großbritannien an der Tagesordnung war. Zugleich mit seinem nur 7 Monate jüngeren Freunde und Glaubensgenossen I. D. Meyer *) widmete er sich dem Barreau von Amsterdam. Aber welche Schwierigkeiten bereiteten nicht Zunftneid und Bosheit diesen beiden Männern, welche so rühmlich die Tha'tigkeit der Juden an der Advokatur in Holland cröffneten! Nur ein starkes Selbstgefühl und männlicher Muth konnte sie aufrecht halten. Bald bot sich ihnen eine glänzende Gelegenheit ihre Talente und Grundsätze zu entwickeln dar. Ein gewisser Marcel aus Dortrecht wurde wegen Gotteslästerung angeklagr, weil er mehrere Dogmen des Chriftenthums öffentlich bezweifelte. Ohne eine Beleidigung dessen *) Geb. 15. Sept. 1780, gest. 6. Dec. 1834. lieber ihn geben wir später einen kurzen Bericht. D. H. zu billigen, was vielen eine Quelle der Seligkeit ist, traten sie doch mir heiligem Ernste für das Princip auf, daß es jedem erlaubt sein müsse, sich über Glaubenssätze seiner oder einer fremden Religion mit Freimüthigkeit zu äußern. Durch den begeisterten Vortrag der jungen Israeliten wurde der damalige Staatsanwalt C. F. van Maanen, gegenwärtig Justizminister, für sie eingenommen; er lud sie zu sich ein, und eine Freundschaft wurde geschlossen, die sich bis an ihr Ende durch zahlreiche Beweise bethäligte. Die Gleichstellung der Juden vor dem Gesetze war indessen nicht das einzige Ziel, welches sich Vater Asser und sein Sohn vorgesetzt hatten; sie wollten dieses neue Gesetz in mehreren Beziehungen so fruchtbar als möglich machen. Zuerst mußte die Gewalt der Synagogenvorsteher durch Veränderung ihres Reglements entfernt werden; dann mußte man auf Mittel sinnen, die Masse der Juden zu einem ehrenvolleren Gewerbe, als der Kleinhandel, hinzuführen, den Willen der Einen zu unterstützen und ihn bei den Andern zu wecken. In ersterer Hinsicht blieben ihre Bemühungen lange fruchtlos; denn obgleich durch die Deparrementalverwaltung die früher sanctionirten Kirchenreglemente auf die Vorstellung der Societät „felix libertate” eingezogen wurden, so blieben diese doch in viridi observantia dadurch, daß die städtische Verwaltung ihre Mißbräuche unterstützte. Glücklicher waren sie in ihren Versuchen für. den zweiten Zweck, welcher Anklang

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