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Israelitische Annalen · 1839-02-15 · Heft 7 (15.2.1839) · p. Seite 55

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 7 (15.2.1839)
Date
1839-02-15
Page
Seite 55 (sequence 7)
Language
German
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55 S Aben Esra als Gefangener in Indien. Ueber die Gefangenschaft des Aben Esra in Indien habe ich bereits anderswo gesprochen. Jetzt finde ich noch folgendes nachzutragen. Im Orchoth Chajim von Ahron, Cohen aus Lünel CLel pesach, 38) heißt es also: R. Iehofiph Esobi erzählt, daß Ab. Es. als er in Indien gefangen war, immer ungesäuertes, niemals gesäuertes Brod erhalten habe, weil jenes nicht so leicht zu verdauen sei, als dieses, und man daher weniger zur Nahrung bedürfe. Aehnlich Abudram in Hagada (61). Bei dieser Gelegenheit muß ich noch eine Merkwürdigkeit anführen. In einem seltenen Werke *irD' welches ich handschriftlich besitze (es wird in Mose Isserl. Rechtsgutachten 126 citirt), wird behauptet, „Aben Esra habe mit den bösen Geistern Umgang gehabt, und nur durch sie habe er so viele anstaunenswerthe Kenntnisse erlangt, welche selbst den Engeln verborgen seien u. s. w." --(Man sieht hieraus, wie weit der Fanatismus sich »ersteigen kann.) 3. Die Nachkommen des Maimonides. Die Angaben über die Nachkommenschaft des Maimonides sind so verschieben, daß ich die folgenden Notizen für wesentlich halte, um die Sache aufzuklären: In der Masc. Sammlung zu Paris: orat. Hebe. 61. befindet sich eine Stelle von Abraham B. David Maimuni, vom 1. Chcsvon 1613 aera Contr. (-1302); dort wird angemerkt, „dieser R. Abraham ist geboren 24. Elul 1556 (1245) am Freitage in der 4ten Tagesstunde, und beschnitten am 2ten Neujahrstage; Gott segne ihn re. Sein Vater David wurde in Aegypten (Cahira) in der 3ten Stunde der Nacht zu Mittwoch, 24. Tebet 1534 (1223) geboren und starb das. am Neumond Elul 1611 (1300) im Alter von 87 Jahren. Als die Gemeinde zu Rom von diesem Todesfall Nachricht erhielt, sandte sie nachfolgendes Schreiben an seinen obgedachten Sohn, und an seinen Bruder, R. Salomo rc." — In einem meiner Manuscripte finde ich eine ähnliche Angabe mit folgendem Zusatze des Schreibers: „Ich finde ferner noch folgende Nachricht: R. Abraham erzeugte den R. Iosua, dieser den R. David, welcher nach Damask ging und dort verstarb. In Aegypten blieben von der Nachkommenschaft des Maimoniden nur noch die Sohne der R. Salomo B. David, welche weiter nicht bekannt sind." Obiger R. Abraham ist übrigens derselbe, welcher eine ganze karäische Gemeinde bekehrt hat, (s. Isak B. Mose haperachi im rnDl *TT10D VI. S. 20. b. (das. V. S. 18. b. wird ein R. Samuel genannt, welches wahrscheinlich ein Abschreibefehler ist, es muß R. Salomo heißen, ein Fehler, der aus leicht entstehen konnte.) R. Iosua wird im Cheseph Mischne erwähnt, und zugleich mit einem Sohne R. David, in der Vorrede des Joseph B. Elieser Sephardi zu Aben Esra's Commentar; dort heißt es: „Wegen der Zeitereignisse reiste ich nach Damask, und wurde zu dem großen Oberhaupte R. David B. R. Iosua u.'s. f. gerufen." — In einer sehr alten Handschrift des Werkes Kiddusch haschem vom Maimonides (citirt in Rechtsgutachten, an Nr. 63) die Genealogie des Verfassers hinzugefügt: Mose, Abraham, David, Abraham und Salomo; von ersterm Iosua, von letzterm Mose; von jenem David, gest. in Damask; von diesem Abraham, Vater des Obadjah, dessen Sohn David zwei Söhne hatte, welche im Jahre 1740 (1429) als Gefangene von Feinden weggeführt wurden." — Demnach bezieht sich eine Bemerkung des tcnpa von Mose Rieti n. 6., daß in seiner Jugend die beiden Söhne des R. David gefangen abgeführt wurden, und man von ihnen nichts weiter gehört hat, ebenfalls auf diese. Der Verfasser war in der That im Jahre 1416 geboren (s. i. 1), also zur Zeit jener Wegführung 13 Jahr alt. Hiernach stimmen auch alle andern Angaben, namentlich auch die Bemerkung des Caspi (welche ich in seiner Lebensbeschreibung angeführt habe), daß er anfangs in Aegypten sein Heil suchte, weil er geglaubt habe, auf dem Boden des Baumes auch die Früchte zu finden; aber endlich, als er gar keine außertalmudische Gelehrsamkeit bei den Nachkommen des großen Lehrers antraf, mit Iesaiah xxxi. ausgerufen habe: „Wehe denen, die nach Aegypten um Hülfe wandern" und wieder zurückgekehrt sei." (Werden fortgesetzt.) Nachrichten und Correspondenzen. Aus Bayern. — Bevor ich Ihnen für Ihre Annalen Notizen und Betrachtungen über den religiösen und politischen Zustand der bayerischen Israeliten im Allgemeinen mittheile, kann ich nicht umhin, einen speciellen Fall zu veröffentlichen, der sich erst kürzlich ereignete, und der leider nur zu sehr beweist, wie wenig in dem Augenblicke für die bürgerliche Gleichstellung unserer Glaubensbrüder Hierlandes zu hoffen ist. Das Kreis- und Stadtgericht zu B. hat auf das Ansuchen eines sich dortselbst befindenden israelitischen Rechtspracticanten, welcher sein theoretisches Eramen mit Auszeichnung bestanden hatte, bei dem Vorgesetzten Appellationsgerichte die Anfrage gestellt, ob genannter Practicant zum Acceß gelassen werben könne. Letzteres Gericht legte dieses Ansuchen dem Justizministerium vor, und von dieser Behörde erfolgte die Abweisung mit dem Zusatze, daß hinfüro Sr. Majestät mit solchen Anftagen nicht mehr behelligt seyn wollen. Ich muß bemerken, daß durch den Acceß keine weitere Anwartschaft erlangt werden kann, als das Recht der Supplication um eine Advocatur, insofern unsere Constitution den Bekennern mos. Religion jeden Weg zum Staatsdienste versperrt. Die Zulassung zur Advocatur wäre jedoch nach der Verfassung dem Israeliten nicht verweigert, wie wir denn in Fürth einen israel. Rechts-Anwalt besitzen, der, unter der Regierung des Königs Ludwig angestellt, durch seine Kenntnisse und seinen Charakter bas Zutrauen seiner Mitbürger ohne Unterschied der Confession sich erworben hat. Indessen will unsere Regierung den Israeliten auch die Ausübung der Advocatur nicht mehr gestatten, weshalb denn sogar der Weg darum nachzusuchen abgeschnitten wurde. Was sollen nun unsere israel. Jünglinge, welche

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