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Israelitische Annalen · 1839-02-15 · Heft 7 (15.2.1839) · p. Seite 56

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 7 (15.2.1839)
Date
1839-02-15
Page
Seite 56 (sequence 8)
Language
German
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Talent und Liebe zur Wissenschaft haben, beginnen? Aerzte werden? deren Zahl ist so stark angewachsen, daß die Regierung von Oberftanken vor dem Zudrange zu dem Studium der Medizin die stubirende Jugend Bayerns abmahnl! Wohl ist auch die Theologie ein Feld unter den Israeliten, auf welchem man mit dem Schweiße des Angesichtes sein Brod essen kann! Allein die Zahl der Rabbinats- Kandidaten ist so groß, daß wenn auch die Besetzung aller vacanten Raddinate erfolgen würde, dennoch mehr als 30 Kandidaten nichts als eine sehr weit hinausgerückte Hoffnung bliebe. Für heute übrigens nichts weiter über den Stand der Israeliten in Bayern; da ich baldmöglichst für die Annalen einzelne Artikel über Synagoge und Schule, über die Stellung in dem bürgerlichen Leben und vor dem Forunz des Civilrechts einzusenden gedenke. Indessen will ich nicht schließen, ohne zugleich eine erfreuliche Thatsache, welche ein lautes Zeugniß achter Humanität ist und Publication verdient, mitgclheilt zu haben. Zn der Nähe der Stadt Wunsiebel wohnt ein Hammergutsbesitzer, Herr v. Müller, Protest. Confession. welcher seinen Wohlthatigkeitssinn in vielen Fällen schon bewährte, insbesondere aber durch eine Stiftung, die er vor einigen Jahren gemacht, darin bestehend, day er der Universität zu Erlangen 3vr0 fl. übergab, wovon die jährlichen Zinsen von 120 fl. der Art verwendet werben, daß je ein Kandidat aus den drei Facultäten für positive Wissenschaften — die philosophische ist ausgenommen — ein jährliches Stipendium von «10 fl. erhält. In der theologischen Facullät können natürlich nur die Kandidaten Protest. Theologie das Stipendium beziehen; aber in den beiden andern Facultäten ist, nach dem ausdrücklichen Willen des Stifters, nicht auf Confession. sondern nur auf Talent und Betragen zu sehen. Zn der That hat H. v. M. selbst, welcher während seines Lebens sich das Vorschlagsrecht Vorbehalten hatte, schon früher einen talentvollen Jüngling katholischer Conftssion und im vorigen Jahre einen israel. Kandidaten der Medizin, der durch Kopf und Fleiß sich auszeichnet, in Vorschlag gebracht. Möchten doch solche Handlungen ächter Menschenliebe '.ihre Nachahmung finden! — Nun noch eine kleine Berichtigung des bayer. Berichterstatters in Nro. 2 der Annalen. Es gibt nämlich allerdings noch israel. Hausirhändler, die aber diesen traurigen Handel mit obrigkeitlicher Licenz treiben, insofern alle diejenigen, welche im Z. 1815 zu alt waren, um ein anderes Gewerbe zu erlernen, und zu unbemittelt, um auf andere Weise sich und ihre Familie nähren zu können, Patente zum Hausiren erhielten. Diese Patente nehmen natürlich immer mehr ab, haben aber noch nicht ganz aufgehört. Auszug aus einem Briefe von Alexandria d. d. 3. Dezember A. p. -A propos, von Saphet meldet man, daß „Solyman Pascha endlich nach Saida zurückgekehrt ist, und „daß er sich jetzt wieder mit der Entschädigung der armen „Juden beschäftiget. Wir wollen hoffen, man werbe endlich „Ernst zeigen. Gott gebe es! da nichts unversucht gelassen „wird, um diese Angelegenheit einer Beendigung zuzuführen. „Um sie für die Zukunft gegen neue Plünderungen zu „schützen, wird der Pascha im Einverständnisse mit den Con- „suln geeignete Maßregeln treffen, Saphet wirb eine Gar- „nison etwa von 60 Mann erhalten-*). *) Diese aus authentischer Quelle fließende Nachricht mag allen denen, welche an Unterstützung der armen in Palästina sich aufhaltenden Israeliten thätigen Antheil genommen haben, so wie jedem Menschenfreunde die tröstliche Hoffnung gewähren, daß die dortige Regierung endlich darauf bedacht ist, den barbarischen Auftritten, deren Schauplatz Palästina seit Jahrhunderten war, und noch bls in das Jahr 1834 sein mußte, gehörig vorzubeugen. Die Vorfälle selbst sind dem Publikum durch die Anfangs 1835 von Herrn H. Lehren in Amsterdam in hebräischer, und dem Herrn Consistorialpräsidenten Deutz in Paris in ftanzösischer Sprache verfaßten Rundschreiben genugsam bekannt. Seitdem sind abseiten einflußreicher Personen fortwährend die geeigneten Schrille gelhan worden, um der Barbarei ein Ziel zu "setzen. Erst jetzt hat man Aussicht, damit zu Ende zu kommen. Wir erwarten nächstens bestimm- - tere Auskunft, und werden nicht ermangeln, solche hier mitzutheilen. D. H. Anzeigen. Bei Unterzeichnetem ist so eben erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: □'212 ^lp- Die Thränen, oder Klagelieder ' Jeremias, mit Benutzung älterer und neuerer Manuscripte edirt, erklärt und metrisch übersetzt von L. H. Löwenstein. 8. brochirt. fl. 1. Die längst bekannte exegetische Gründlichkeit des Verfassers der Proverbien, welche sich in diesem (hebr.) Commentar mit hohem poetischen Schwung in der Uebersezzung wundersam vereinigt, läßt erwarten, daß dieses Buch sich bald in den Händen der Philologen und Exegeten, so wie jedes Freundes der antiken, und namentlich der gluthhauchenben morgenländischen Poesie befinden wird. Auch in den Synagogen dürfte man diese schöne Uebersetzung der erhabenen Klagelieder Jeremias, womit außer einem beispiellos correcten Texte noch ein Anhang, zeitgemäße Elgieen enthaltend, verbunden ist, für den „Trauertag der Zerstörung Jerusalems" (n-fy) bald eingeführt sehen. — Frankfurt am Main. Carl Körner. Im Verlage von Z. D. Sauerländer in Frankfurt a. M. ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu erhalten: .rnay •pm rarpn tbd Clernentarbrrch, oder gründlicher grammatikalischer Unterricht im Lesen und in der Flexion in der hebräischen Sprache. Von L. Presburger, Lehrer an der israelitischen Bürger- und Realschule zu Frankfurt am Main. Mit einem Vorworte von vr. I. M. Jost. Bei demselben Verleger erscheint zur Jubilate-Messe 1830 die Dritte umgearbeitete und vermehrte Auflage der hebräischen Fidel ■nny rurip ifchn d. i. erster Unterricht im Hebräisch-Lesen und Uebersetzen, nach grammatischen Grundsätzen bearbeitet von L. Presburger, Lehrer an der israelitischen Bürger- und Realschule zu Frankfurt am Main. 6 gr. 24 kr. Druck und Verlag von Johann David Sauer lande r in Frankfurt am Main

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