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Israelitische Annalen · 1839-02-01 · Heft 5 (1.2.1839) · p. Seite 38

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 5 (1.2.1839)
Date
1839-02-01
Page
Seite 38 (sequence 6)
Language
German
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38 Herrlichkeit! — beginne mit den Edeln des Landes den Streit! — und jeder Dichter und Sänger spreche: wir stehn dir als Knechte bereit! — Die Zeit schlug ihn ein mit ihrer Hand — als Nagel in eine feste Wand, — und Israels Söhne haben ihn M a n genannt. — Er war weiser denn Heman und Kalkol — und Gott segnete ähn mit jedem Wohl, — und von seiner Räkhsel Getöne — und seiner Köstlichkeiten Schöne — und von dem Oele der Oemuth, das auf seine Tugenden niederquoll, — wird die ganze Erde voll. — Die Weisen wandelten bei seinem Lichte,—und seine Leuchte gab den Sängern der Zeit die Richte;l) — Sie reihten seiner Worte Perlen zu Schnüren, — um den Glanz der Dichtung zurückzuführen. — *) Und ich elendes, zerbrochenes Geschirre, — auf baß wir Dichter nicht gingen in die Zrre, — 3) bin nicht gewichen von dem Staub seiner Füße, — um zu sammeln die Perlen seiner Redeflüsse, — seine Demanten und Chrysolithen, — und seine balsamischen Wunderblüthen, — und seine Räthsel und Lieber zu einem Buch zusammenzustellen,—dem süße Worte entquellen, —damit seine Sprüche, die lieben, — der Zeit in bas Herz geschrieben, — auch künftigen Jahren blieben. — Und als er sah mich rüsten,— auf seinen Höhen zu nisten, —4) leine Zweige zu fassen und seine köstlichen Kisten: — 5) Da hat er seines Himmels Fenster mir aufgeschlossen, — und seine Balsame niedergegossen. — Und ich sah Gesichte, — herrliche, lichte — erhaben, gleich Prophetenideen, — das Auge ward nicht satt, sie zu sehen; — er ließ eine Fülle von Gedanken sich entfalten, — wie sie nicht ahnten die Alten, — von vielgestalten und mannigfalten. — °) Und er sprach zu mir: Menschensohn, dein Bauch soll essen und dein Leib sich füllen! — Gedanken und Räthsel will ich dir enthüllen! — Eile daraus ein Buch zusammen zu setzen, — das man nicht bezahlet mit Ophirs Schätzen. — Zch Hab' ihrer Tausend von Anfang bis zu Ende, — die ich gerne spende, — in meiner Freunde Hände. —7) Auf und schöpfe aus meinem Born, — und iß aus meinem Füllhorn! — Und da meine Augen die Regenströme seiner Hände gewahrten, — da sammelt' ich seine Cypern und Narben, — und aß die Früchte von seinem Garten; — 8) daß der Geist der Weisheit erfüllte meine Seele, — 9) und ich weissagte nach seinem Befehle. — Und ich nahm von seinen Perlen und Opalen, — von seinen Blumen- und Blüthenschalen, — was gereift in seinen Sonnen- und Monbesstrahlen, — und formte es zu Gewinden, — um sie um das Haupt der Edlen zu binden, — Lieder und Gedichte, um zu öffnen die Augen der Blinden, — und sie am Himmel der Dichtung als Lichter anzuzünden. — Doch was will ich weiter damit verziehen, — mit seinen Phantasieen und Poesien? — und wie er erwiedert, was ich gefragt; — schon Hab' ich übergenug gesagt! — So will ich'denn nun zum Werke schreiten, — und zuvor zum Himmel meine Hände breiten, — auf daß er sei mit unserm Munde, — und mit unserm Bunde,—und uns lehre die rechte Kunde! ') Hi. 29,3. -) Jer. 22,28. 3) Pirke ab. 1. ») HL. 7,9. s) Ez.27,24. -) Ez. 3,3. ') Spr. 8,21. 8) HL. 4,13. ->) Ez. 37,10. Literarischer Bericht. von Dr. Creizenach. II. Alter der M i s ch n a h. Die wichtigste Frage, die sich in Betreff der Mischnah darbietet, ist die, ob sie R. Zehudah, der Heilige, wirklich niebergeschrieben, oder blos mündlich geordnet. R. Scherira Gaon sagt hierüber in seinem Briefe: „Die Mischnah und der Talmud sind nickt geschrieben, sondern rcdigirt worden, und die Gelehrten haben sich bemüht, sie mündlich einzustudiren, aber aus geschriebenen Heften, denn es heißt im Talmud das Mündliche darfst Du nicht schriftlich vortragen." Dieser Bescheid ist höchst auffallend; denn nach dem Talmud hat sich R. Jehubah über das Verbot, die mündliche Lehre schriftlich mitzutheilen hinausgesetzt und den Vers Ps. 119, 129 so gedeutet, daß es bisweilen erlaubt seyn könne, eine Vorschrift des Gesetzes zu übertreten, um die Erhaltung der Religion dadurch zu sichern. Mit gleicher Bestimmtheit sagt Rapoport: „Das Aufschreiben der Halachoth, der Mischnah und des Talmuds hat sich sehr verspätigt und zwar bis zur Zeit der Seburaim und der Geonim." Er gründet sich auf mehrere Aeußerungen von Raschi, welcher behauptet, daß nur die einzelnen Lehrer sich Gehcimrollen gehalten haben, daß aber zur Veröffentlichung, außer dem Buche Megilath Thaanith, kein einziger Buchstab niedergeschrieben worden sey. Man muß aber bekennen, daß Raschi, wenn man ihn auch hierin als Autorität gelten lassen kann, nicht mit Bestimmtheit sagt, daß man auch nach den Zeiten R. Zehudas nichts geschrieben habe, und daß auch die Stelle im Talmud (Themurah 14), auf welche er sich stützt, nichts entscheidet; auch S. D. Luzzato spricht sich für die spätere schriftliche Abfassung der Mischnah aus und beruft sich besonders darauf, daß die Amoraim, wenn sie über den Text der Mischnah zweifelhaft sind, nie auf den Gedanken kommen, die vorhandenen Manuskripte zu befragen, und daß sie die Reihefolgen analoger Stellen durch mnemonische Zeichen vorstellen, um ihrem Gedächtnisse zu Hülfe zu kommen. Reggio stimmt der Meinung Luzzato's vollkommen bei und meint sogar, die verschiedenen Traktate haben verschiedene Verfasser gehabt. Was die meisten darauf gebracht hat, sagt Reggio an einem andern Orte, den ganzen Inhalt der Mischnah für Satzungen von prophetischem Ursprung zu halten, sind folgende Worte des Maimonides: „Rabbj Iehudah, der Heilige, hat alle Aussprüche, Entscheidungen« Interpretationen und Erläuterungen, die von Moses und den Obergerichten der verschiedenen Generationen herrühren, gesammelt und aus Allen die Mischnah gebildet, die dann unter ganz Israel veröffentlicht und niedergeschrieben wurde." Kan hat aber nicht darauf Bedacht genommen, daß Maimonides quch von den Entscheidungen spricht, worunter die Beschlüsse, welche man zur Umzäunung des Gesetzes gefaßt hat, und die freien Interpretationen zu verstehen sind. Außerdem enthält die Mischnah auch sehr viele Controversen, die doch wohl nicht göttlichen Ursprungs sein können; denn, wenn man. annehmen

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