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Israelitische Annalen · 1839-01-25 · Heft 4 (25.1.1839) · p. Seite 29

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 4 (25.1.1839)
Date
1839-01-25
Page
Seite 29 (sequence 5)
Language
German
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Zunächst einige humoristische Stücke aus Jmma» nuels Werken. Der Dichter blühete in Italien zwischen 1300 — 1330, (Vergl. Jost in Geigers Zeitschrift, B. I. Heft L, und Zunz Analekten, daselbst B. n. H. 2.); wobei man nicht übersehen darf, daß er ein Zeitgenosse Dante's war. " Der Herausgeber. 1. Einleitung in die Machberoth des Immanuel. Es spricht Immanuel, S. des verehrten R. Salomo (sel. And.): Dem Herry meinen Preis im Anbeginne, — mit frvmmem Herzen und gläubigem Sinne! — Als sich mein Tag zum Abend geneigt, — und das Al» ter mein Haar gebleicht, — war ich wie ein Vogel, der aus seinem Neste weicht. l) — Ich befand mich zu F e r m o im Marc-Anconalande, — dort waren mit uns Vertraute und Bekannte, — Männer des ersten Ranges — im Reiche des Wissens und des Gesanges, — und ich fteuete mich ihres Umganges. Einst nach dem Schmause des Purimtages, — gingen wir gestärkt von den Freuden des Gelages, — und sammelten uns in eine Rotte2) auf weitem Gras 3), — und redeten über dieß und das. — Da beschlossen einmüthig der Ge, sellschaft Glieder, — nur über Gedichte zu reden und über Lieder; — und jeder, der ein Lied gedichtet, der sollt' es sagen, — und halt' er ein fremdes gxhört, es vortragen; — und jeder sollte in ein Buch sie zusammenreih'n, — um die besten und schönsten den Fürsten zu'weih'n, — und welcher nicht käme in den Rath der Fürsten und Aeltesten, deß Habe sollte alle verbannt sein. 4) — Und es waren unter uns Männer, die bethörte ihr Unverstand, — sich zu brüsten mit Gedichten von fremder Hand; — ja. Einige rühmten sich meiner eignen Werke; — und ich verhüllte meine Angen, als ob ich es nicht bemerke. — Andere kamen mit Büchern voller Lieder herangerückt, — die sie mühsam zwischen den Garben gepflückt, 5 *) — und Haufen zu Haufen °) aneinander gestückt, — wie man Silber und Kupfer verschmitzt im Brande,2) — nicht zu Nutz und Frommen, sondern nur zur Schande: 8) — unseliges Geschreibe *) in dicken Bänden, — ohne daß sie Reines und Schlechtes trennten. — Ein Theil Überhub meine Lieder über alle weit —und pries meiner Gedichte Trefflichkeit. — Ich klopfte, sprach Einer, nur an deiner Lieder Pforten, — und jedes fremde Lied ist von mir entfernt worben, — denn wie der Gurt anschließt an des Mannes Lenden, so umgürt' ich mich mit deinen Dichterworten. ,0) — Und ich crwiederte: Mein Freund, der mich so hegt und pflegt, — zeige mir Hie Lieder, die du mir beigelegt! — Und sie zeigten mir Hefte, verfälschte, verstümmelte, — und ich sah, daß ihr Land von Fröschen wimmelte. n) — Da hatten sie gemischt unter meine Lieder, welche Alle ersetzten, — unter tzie mit Edelsteinen besetzten12) — und dem Golde der Weis¬ ') Spr. 27, 8. *) 2. S. 23, 11. 3) Jes. 30 , 23. 4) Esr. 10, 8. a) Ruth 2, 15. °) 2. M. 8, 10. ') Ez. 22, 20. *) Jes- 30, 5. ») Jes. 10, 1. '«) Jer. 13, 11, ") Ps. 105 , 30. »2) HL. 5, 14. i3) HL. 4, 2. heit gleichgeschätzten, 13) — Lieder von Thoren, gestickte, — zusammengestückte,") — wie sie machen Verrückte — und vom Weine Berückte. li) — Und sie machten sich Herden daraus, ") — und wer wenig gesammelt, brachte zehn Chomer nach Haus ") — Doch zu meinem größten Schmerz hatten sie als das Meine ausgenommen, — was ich ich nicht geboten, noch geredet, noch mir in den Sinn gekommen; w) — und sie rissen einen Riß in der Lieder Wand, '*) — und trugen zusammen Haufen zu Haufen, und es stank das Land.20) — Auch hatten sie einen Theil meiner Lieder andern zuerkannt: — unser Erbe ward Fremden zugewandt, — unsere Hquser kamen in der Ausländer Hand. 2') — Und ich sprach: Ach, ihr himmlischen Gedichte, — ihr meine herrlichen Geistesfrüchte! — Ihr habt einst alle Welt erfreut, — und siehe, wie zerstoßene Kalksteine seid ihr heut,22) — und es liegen die Steine des Heiligthums vorne auf allen Gassen zerstreut!22) — Wer hat solches über mich verhängt? 24) ihr Lieber, die alles erhellten! — ihr aus den Perlen der Sprache Genommenen und nun Entstellten! — Ach, wie sind gefallen die Helden.2S) — Und ich sprach, indem ich mich zu der Gesellschaft wandte: — Erbarmt, erbarmt euch mein, meine Freunde und Bekannte!") — Verwüstet sind wir! bas Erbtheil meines Volkes wird entrückt,22) — denn die Zeit brückt mich nieder, wie der Wagen voll Garben niederdrückt;") — meine Schuld ist mit eisernem Griffel, mit der Spitze, des Demants geschrieben,") — denn es sind von den Tausenden meiner Lieder zwo, drei Beeren oben im Wipfel übrig geblieben. 3°) — Und als ich laut meine>Ltimme erhob3') solchen Unheils wegen, — kam der Gott der Hebräer mir entgegen. *2) — Und es war bei uns einer der Fürsten, ein Schirmdach, dichtbelaubt,33) — und da er iah, daß die Zeit meinen Schmuck geraubt — und das Ungeziefer sich in meine Gedichte getheilt,") — stand er auf urplötzlich und unverweilt; — und sprach zu mir: Menschenkind!") — warum bist du blind? 3Ä) — Siehe wie Zorn und Aerger das Herz dir bricht! — Stehe auf! warum fällst du auf dein Angesicht?2') — Geh' und versammle bas ganze Heer deiner Lieder und Gesänge, — und deiner Dichtungen Menge, — vom größten dis zum kleinsten,3S) um sie in ein Buch zusammenzustellen, — dem süße Worte entquellen; — so wie R. Juda C hartsi ein Buch von Liedern zusammengereiht, — von Gedichten voll Zierlichkeit, — von lieblichen Sprüchen und mannigfalten, — wie sie nicht kannten die Alten "); — und er legte die Gedichte, die er mit Bogen und Schwert gewonnen") — den Namen von Männern bei, die er ersonnen,") — und war er gleich selbst ihr Urheber, — so schrieb er sie doch dem Esrachiten Ethan zu und dem Keniten Heber. — " ») Jos. 9,4. ") Nah 1, 10.2°)i.M. 30, 40. ")4.M. 11, 32. '*) Jer. 19, 5. -«) 2 S. 6. 8. 2°) 2 M. 8, 14. -') KL. 5, 2. **) Jes. 27,9. 23) KL. 4,1. «) Jes. 23,8. 2b) 2 S. 1, 19. 2°) Hi. 19, 21. -2) Mich. 2, 4. 2>) Am. 2,13. ") Jer. 17, 1. 30) Jes. 17, 6. 3') 1 M. 39. 18. “) 2 M. 5, 3. 33) Ez. 31, 3, 3') 5 M. 28, 42. ") Ez. 2, 1. rc. 36) eig. Jon. l, 6. 3') Jos. 7,10. , 3°) Esth. 1,5. 39) 1 M. 49, 21. ") 5 M. 32, 17. ") 1 M. 48 , 22. ") 1 K. 11,33.

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