Das Zelt
- Journal
- Das Zelt
- Volume
- 1 (1924)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1924)
- Date
- 1924-10-01
- Page
- Seite 374 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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MAX PECHSTEIN VERWUNDETER BUCH, KUNST UND KÜNSTLER H. BensSßaßar ist der Mitherausgeber der vorzüg* liehen amerikanischen Zeitschrift »The Menorah=Journal«, der das in diesem Hefte des »Zelt« gebrachte Stück entnommen ist. Ben^Shahar beobachtet scharf, er sieht durch die Brille eines sarkastischen, aber durchaus nicht ungütigen Temperaments,- er weiß viel und ist gründlich — also kein amerikanischer Journalist. Nicht um der Kritik willen ist er kritisch, sondern der Sache halber, der er sich nahe fühlt. Seine »Notizen« sind das Ergebnis einer Europareise, die er vor etwa zwei Jahren unternommen hatte. Augenblicklich befindet er sich wieder in Europa und wird sich, als Europaredakteur seiner Zeitschrift, in London niederlassen. NEUE BÜCHER Befprodöen von: Jofef Haßn, Eugen Hoefficf), Prof. S. Krauß, Prof. S. H. Ließen und Dr. J. Ornftein. Martin Bußer: Das verßorgene Ließt. Rütten 'S) Loening-Verfag, Tranfifurt a. M. Mit diesem Buch schließt Buber den Teil seines Werkes ab, der den Chassidismus den deutschen Lesern näher bringen will. Es ließe sich die Reihe fortsetzen ins Unendliche, denn was der Chassidismus von seiner großen Zeit bis in die Zeit seiner letzten Großen gegeben und aus dem Überlieferten geschaffen hat, ist unendlich. Nichts^ destoweniger: die Reihe von Büchern, in denen Buber aus dem Legendenschatz um den BaaUschem und seine Nachfolger zusammengetragen hat, gibt dem deutsch^ lesenden Laien einen weiten Einblick in die abgrundtiefe Ethik des gelästerten Ostjudentums. Und das ist genug. Der Empfangsbereite wird aus dem Gegebenen mehr empfangen, als in den Zeilen steht und für den Anderen ist es ein Dokument jüdischen Herzens und jüdischer Geistesgröße. Ein seltenes Dokument seltener Demut, das den kanonischen Büchern der großen Eingeweihten des Ostens und denen der Kleineren der Gotik Europas wahrlich nidit nachsteht. — Über den Chassidismus hier zu sprechen ist überflüssig. Was er war, was er ist und was er sein könnte, lassen den Nichtjuden Bubers Bücher ahnen. Wir aber wissen mehr, auch wenn wir vielleicht nichts wissen, denn der Chassidismus spricht die Sprache unseres Blutes und ein Funke aus der Seele seiner Großen ist in uns wiedergeboren, der uns, hart am Abgrunde, bewahrt vor dem tiefen Sturz. Der Chassidismus war die letzte große Erneuerung des Judentums in Europa Wir, die wir im Westen auf unfruditbarem Boden stehen und sehnsüchtig nach der Welt des Ostens blicken, zehren von seinem letzten Feuer. Bis wir verzehrt sind oder eine neue Flamme aus uns bricht. E. H. Scßißatß Sion. Von Aßraßam A. Cappon. Ein kleiner Zweiakter, dessen hebräischer Untertitel Judentum 374