Das Zelt
- Journal
- Das Zelt
- Volume
- 1 (1924)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1924)
- Date
- 1924-10-01
- Page
- Seite 360 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Haifa 1× ep/1047930
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BETRACHTUNGEN ÜBER PALÄSTINENSISCHES BAUEN die frische Ursprünglichkeit dieser Menschen. Aber was wir erstreben müssen, ist: unsere Bauten mit dem Cßarakter der pafästinensischen Landschaft zu verscßmefzen. Dazu gehören keine Kunstformen, kein Aufwand an Säulen und anderen Dekorationsstücken der Architektur, sondern das Erfassen derGeheimnisse des künstlerischen Instinktes, der diese Bauten durchdringt. Dazu gehört die Erkenntnis, wie die Baukörper durch Aneinander^ reihung und Gruppierung kubischer Raumelemente entstanden, wie das grelle Licht und die brennenden Sonnenstrahlen durch kleine Fenster gemildert werden, dazu gehören die Maßnahmen zur Querdurchlüftung der Gebäude, die Anlage von Schattenhallen, von gedeckten Veranden, von Dachterrassen und «vieles Andere. Es hieße ein Lehrbuch über palästinensische Bauweise schreiben, wollte man schildern, was wir von den Arabern lernen können und lernen müssen. Alle diese so gefundenen Resultate müssen wir mit solider Technik und exakter Ausführung durchdringen und werden damit zu einer Veredelung arabischer Bauweise gelangen. Jedenfalls erringen wir damit die einheitliche Grund* läge, die uns fehlt und statt des Tohuwabohu, statt des Sammelsuriums eine anständige Bauweise, die mit dem geringsten Aufwand an Formen gute bodenständige Bauten schafft. Es gibt bereits einige wenige gute Architekten, die diese Wahrheiten erkannt haben und in diesem Sinne bauen. IhreXeistungen fallen wohltuend auf/es bleiben aber bisher nur Einzelleistungen. Um aber eine einheitliche Baugesinnung bei allen Bauleuten Palästinas heranzubilden, gibt es nur ein einziges Mittel, die Schulung. Durch sie kann man den jungen Architekten die Augen öffnen und sie in Technik und Geschmadt auf gemeinsame Ziele führen. Das Technikum in Haifa wird die Stelle sein, von der aus auf die Architektenschaft und auf die gesamte Bevölkerung Palästinas erziehlich gewirkt werden muß. Man kann erwarten, daß sich in wenigen Jahren eine einßeitfidje Baugesinmmg und damit ein einheitlich gerichtetes Bauwesen im Lande wie von selbst ergeben wird. So wie die junge Generation des Landes die verschiedenartigsten Erinnerungen an die Galuth vergessen hat, und eben ganz selbstverständlich palästinensisch lebt, denkt und fühlt, so wird sie auch bauen. Dann wird Schöneres, Charaktervolleres und Einheitlicheres zu schauen sein als heute! EINE GRUPPE VON CHA= LUZIM IN BETH ALFA PLÜGEL2LICHT IN BETH ALFA 360