Das Zelt
- Journal
- Das Zelt
- Volume
- 1 (1924)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1924)
- Date
- 1924-10-01
- Page
- Seite 353 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ACHER ODER DIE RESTE DER TUGEND Beide. Ich habe Sehnsucht nach meinem alten Vater. Folge mir!« Mei'r horchte auf, hatte der Meister ihm bis dahin doch nie von seinem Vater gesprochen. Da er aber sah, daß Acher mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt war, fragte er nicht weiter, sondern folgte ihm schweigend. Der Weg führte aus der Stadt heraus, zwischen den Mauern der Weinberge hinauf,- bis sie auf eine Ebene kamen, die einen weiten Blidt auf die fruchtbaren Felder bot. Es war die Zeit der Weizenernte, und von allen Seiten erscholl der frohe Sang der Schnitter. Als sie einige Stunden gegangen und durch manche Dörfer gekommen waren, sahen sie endlich von ferne ein einsames Gehöft liegen. Acher blieb stehen und überschattete mit der Hand die Augen. Gleich darauf ließ er einen frohen Ruf vernehmen, und : als Me'ir den Augen des Meisters folgte, sah er von ferne in der Mitte von Knechten und Mägden einen ehrwürdigen Greis herankommen. Er trug eine Sichel wie die Anderen und war auf dem Wege zur Ernte. Es war der alte Abuja, und Acher begrüßte den Vater, dem er entgegengelaufen war, mit so viel Zeichen kindlicher Liebe und Ehrfurcht, daß der junge Mei'r ganz ergriffen war. Der Alte segnete den Sohn, begrüßte auch den Schüler mit freundlichen Worten und lud Beide ein, mit ihm den Tag auf dem Felde zu verbringen. Sie folgten 353