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Das Zelt · 1924-09-01 · Heft 9 (September 1924) · p. Seite 317

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Zelt
Volume
1 (1924)
Issue
Heft 9 (September 1924)
Date
1924-09-01
Page
Seite 317 (sequence 20)
Language
German
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SALOMONS RING GEORG MERKEL BILDNIS zu wahren zu Gottes Preis. Seht nicht den Mann, daß Eures Urteils Klarheit nicht verblendet werde von der Widerlichkeit seines gottgezeichneten Gesichtes, noch Euer Blut betrogen vom Mitleid mit dem zerfressenen Kranken. Seht nur die Tat, um die man ihn hiehergebracht hat, und gedenkt nur des Reiches, in dem viel Ungebärdige wohnen, für die wir Gott verantwortlich sind. Wie stünde es um die Sanften und Lenksamen im Lande, wie um des Reiches Ansehen bei unseren neidsüchtigen Nachbarn, wenn ungestraft jeder Übermütige aufstehen könnte und sich König dünken, obwohl er einfältig und krank ist? Denn seht, unsere Feinde, der Schrecken unserer Vorfahren, verharren friedlich jenseits der wohlausgebauten Grenzen Israels, seit dieses Volk eines Willens ist in der Hand eines Königs. Deshalb, Freunde, weil Ihr eines Königs bedürft, sollt Ihr nicht dulden, daß seine Macht erschüttert werde und es soll darum der Frevler meines Namens dieses Landes verbannt sein, seine Grenzen nie zu überschreiten, bei Strafe des Todes!« Diese Rede lobten Alle sehr, die sie hörten in der Sommerlaube, und sie fanden ihres Königs Lirteil ein gerechtes und mildes. Und während im königlichen Gewand der Dämon Asmodei sein Antlitz dem nächsten Ankläger zuwandte, ergriffen des aussätzigen Salomon Schultern schmerzhaft die Wachen, schleiften ihn auf widerspenstigen Fußsohlen vorbei an den munteren Be^ wohnern der Stadt, die sich freuten, gerechtes Urteil vollstreckt zu sehen durch die blühenden Gelände seiner gesegneten Herrschaft bis an die Grenze seines befestigten Reiches. Dort ließen sie ihn und sie gaben ihm kein Stück Brot für die Mittagswende und keinen Groschen für ein Obdach. 317

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