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Das Zelt · 1924-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1924) · p. Seite 281

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Zelt
Volume
1 (1924)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1924)
Date
1924-07-01
Page
Seite 281 (sequence 52)
Language
German
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ZUR GESCHICHTE DER JUDEN IN PRESSBURG trennten Stadtteilen wohnen und sein Erwerb war auf gewisse Beschäftigungen beschränkt. Überdies mußte er sich durch seine Kleidung kenntlich machen. Seine Toten mußte er weit außerhalb der Stadt bestatten. Das älteste Ghetto liegt in einem Winkel der Stadtbefestigung, in ~J der Nähe des Lorenzertores, und war durch Mauer und Gräben von den übrigen Teilen der Stadt abgesondert. Dieses Ghetto bestand bis in das neunzehnte Jahrhundert hinein. Noch im Anfang der Fünfzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts war das heutige, am Schloßgrund liegende Ghetto (am Anfange der sogenannten Judengasse und am Ende der Kapuzinerstraße) durch hölzerne Gitter, dessen Tore am Abend geschlossen wurden, eingezäunt. Die Tracht der Juden ist durch das um das Jahr 1376 für unsere Stadt maßgebende jüdische Rechtsbuch bestimmt: die jüdischen Einwohner hatten den Juden* mantel und die Judenkapuze zu tragen. Der Judenhut und der sie als Juden kennzeichnende gelbe Fledc auf der Kleidung kam erst im fünfzehnten Jahrhundert in unserer Stadt in Verwendung. Die Lage des ältesten Judenfriedhofes ist unbekannt,- der jetzt noch bestehende, äußerst malerisch gelegene alte jüdische Friedhof an der Donau, der eine unerschöpfliche Fundgrube für jüdische Genealogen bildet, wurde um das Jahr 1687 angelegt und war bis gegen die Mitte des vorigen Jahrhunderts in Verwendung. Die alten Grabsteine zeugen EINBAND DES GRUND= BUCHES DER STADT BRATISLAWA von halbentwickeltem künstlerischen Geschmack . . . Wiewohl die größere wirtschaftliche Kraft der jüdischen Einwohner stark ausgenützt wurde und sie ziemlich unterdrückt lebten, waren sie doch immer zufrieden und arbeitsbereit, solange nicht das schreckliche Gespenst des konfessionellen oder Rassen- ' - > v hasses auftrat undLeben und Sicherheit der Gemeinde bedrohte. In Preßburg kam es öfter zu Judenverfolgungen, so um das Jahr 1733, als ein Ritualmordmärchen auftauchte. Damals dürften größere Plünderungen stattgefunden haben. Sogar an Kultusgegenstände vergriff sich die Menge. Die Thora wurde zerfetzt und aus einem Thorakommentar wurde der Einband des städtischen Grundbuches gemacht. <Siehe die Abbildung.) Um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts fand eine neuerliche »Judenauswall« statt. Die Ursache war eine angebliche Hostienschändung. Seit dieser Zeit siedelten sich dann die Juden nicht im Stadtinnern an, sie verließen für beinahe ein Jahrhundert das Stadtgebiet und kehrten in größeren Massen erst gegen Ende des siebzehnten und Anfang des achtzehnten Jahrhunderts zurück, um sich auf dem Gebiete des königlichen Schloßgrundes anzusiedeln, wo sie durch die Burggrafen und Erbobergespanne von Preßburg, die Grafen Pälffy, größeren Schutz und einige Freiheiten erhielten. Dieser königliche Schloßgrund bildete dann das bis auf unsere Tage seine volle Eigenart zeigende Ghetto. irwnvTnTYWTTrwa IQar^mywp^TCTB. H WJO ilTH iKS VfOVtm Tirmosro y'öMww ywom'grvrTToaa TWBtWJDJO VWÄRJWI bym^^ranöm jmays^xm™*«** . "HllM'Jl'W »jiiiwp.MnTWip HERGESTELLT AUS EINEM ALTEN THORA^ KOMMENTAR 281

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