Das Zelt
- Journal
- Das Zelt
- Volume
- 1 (1924)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1924)
- Date
- 1924-06-01
- Page
- Seite 192 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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EUGEN ZAK DER MÜLLER EUGEN ZA K VON JOSEF KALMER Wer sich die Mühe nimmt, die Flucht von Ismen zu überdenken, die in den Jahren seit dem Zusammenbruch der bürgerlich^liberalen Weltanschauung die Kunst in ihrer Totalität zu ersetzen versucht haben, gelangt zum Endergebnis, daß ein Maler wie Eugen Zak, ein in Paris lebender polnischer Jude, in diese blamablen Kategorien der Kunst nicht eingereiht werden kann. Ist es der glückliche, ist es ein tragischer Fall, daß ein Mensch, von seiner Heimat losgelöst, gesegnet und gezwungen ist, in fremdem Lande seinen Weg zu nehmen, um zum Ideal seiner Vorstellung von Kunst zu gelangen? Ist er benedeit, ist er verflucht, wenn ihm der Klüngel fehlt, in dessen Debatten und festgelegte Normen gespannt, der Künstler einseitig wird? Dies ist alles wohl zu erwägen und ein Geschick zu preisen, das dem Maler Eugen Zak ermöglicht, allein aufzunehmen und in sich zu verarbeiten, unbeschwert von Randglossen nicht zu bannender Zuschauer. In diesem Paris, das — wenn es sich um Kunst und Idee handelt — die Welt bedeuten kann, zu leben, ist gleichermaßen Glück für den Konservativen und den Revolutionär. Denn beides ist Zak. Revolutionär, da er sich gegen die »Rich^ tung« empört <er hat, in Berlin weilend, den Expressionismus nicht gesehen, er hat in Paris vom Kubismus nur gelernt, wie man es nicht machen darf), Konservativer, da er einem alten Ideal nachgeht, ist dieser Zak ein fertiger Meister geworden. Geht es um den Ismus, Zak wird nicht Neoklassizist genannt werden können, er ist mehr: ein neuer Klassiker. Wie ist er es geworden? Sein Charakterbild wird in der Kunstgeschichte nidit schwanken, denn der Parteien Haß und Gunst könnte es nur dann verwirren, wenn seine Werke irgendwie proble* matisch wären. Aber sie sind es nur insofern, als Probleme in ihnen gelöst sind. Malerische Probleme 192