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Das Zelt · 1924-05-01 · Heft 5 (Mai 1924) · p. Seite 158

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Zelt
Volume
1 (1924)
Issue
Heft 5 (Mai 1924)
Date
1924-05-01
Page
Seite 158 (sequence 13)
Language
German
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GRABSTEIN AUS BRODy GRABSTEIN AUS STRyj ANMERKUNGEN »JÜDISCHE V ZUM KAPITEL OLKSKUNST« VON JOSEF AWIN <HIEZU FÜNF ZEICHNUNGEN VOM AUTOR) Über jüdische Kunst im allgemeinen, über ihre Entwicklungsmöglichkeiten zu einer national jüdischen, wurde viel geschrieben und gesprochen. Fast zu viel. Es ist klar, daß eine nationale Kunst nicht von heute auf morgen geschaffen werden kann. Vor etwa zwanzig Jahren kamen die ersten graphischen Werke E. M. Liliens, mit einem starken Anklang an national jüdische Motive, zur Veröffentlichung, einige Jahre später wurde das Buch »Jüdische Künstler« von Martin Buber herausgegeben. »Ost und West«, und andere jüdische illustrierte Zeitschriften, wie das in ungarischer Sprache geschriebene »Mult es Jövö« und eine Anzahl von jüdischen Almanachen, brachten immer neue Namen jüdischer Künstler und ihre Werke. Man stand in kurzer Zeit vor einer wie neu entdeckten popularisierten Kunst, die von lebendigen, zielbewußten, jüdischen Künstlern geschaffen wurde. Mitunter tauchten sogar Namen jüdischer Künstler auf, die vor Jahrzehnten, manchmal sogar vor Jahr* hunderten gewirkt hatten. Je mehr Namen, je mehr Kunstwerke aber bekannt wurden, desto weniger sprach man von den K.\mstmögfi'cßfieitenbz\ den Juden. Theoretische Fragen, ob Juden ein Schaffenstalent haben, und warum sie es nicht in den Zeiten ihrer nationalen Selbständigkeit betätigten —' daß Religionsverbote das Ausüben der Kunst erschwerten — daß enge Ghetfo^Mauern und ein Mangel an Lebensfreude keine Voraussetzungen zu einer Kunstentwicklung waren — wurden immer weniger erörtert. Plötzlich stand man vor Positivem, über das man alle Theorie vergaß. Ich muß midi an meinen Besuch bei den archäologischen Ausgrabungsarbeiten in Jerusalem 158

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