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Das Zelt · 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 149

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Zelt
Volume
1 (1924)
Issue
Heft 4 (April 1924)
Date
1924-04-01
Page
Seite 149 (sequence 41)
Language
German
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BUCH. KUNST UND KÜNSTLER Adoff Weiß. Erstes Buch. Der Pßifosopßiscßen Bißfiothefi Band 184a. ('Perlag von Tefix Meiner, Leipzig, 1923-J Maimonides in neuer deutscher Übersetzung. In Fachkreisen hat man das Bedürfnis nach einem guten, verläßlichen, wissenschaftlich erfaßten und doch leicht lesbaren deutschen »Führer« längst empfunden. Diese Arbeit liegt uns nun in einem schönen Bande vor und wir haben sie dem Wiener Schulmann Dr. Adolf Weiß zu verdanken. Dem allseits bekannten und hoch^ geschätzten Manne ist es nun gelungen, sein Lebenswerk unter Dach und Fach zu bringen und das in einer Form, die des großen Maimonides und seines »Führers der Unschlüssigen« würdig ist. Nebst dem inneren Werte dieser neuen deutschen Übersetzung ist auch der genaue und elegante Druck des Werkes lobend hervorzuheben, wofür schon die Aufnahme dieses Werkes in die »Philosophische Bibliothek« des bekannten Verlages bürgt, womit ferner schon äußerlich dokumentiert wird, daß Maimonides' »Führer« der Weltliteratur angehört. SchuU rat Dr. Adolf Weiß hat das großartige Werk nicht nur übersetzt, was gut und gründlich gemacht, schon an sich das Verständnis dieses grundlegenden philosophischen Werkes in dankenswerter Weise ermöglicht, sondern dasselbe auch stetig mit klar abgefaßen, nützlichen, niemals überflüssigen Erläuterungen begleitet, die sowohl die Sache, als auch den sprachlichen Ausdruck und zumeist auch die Quellen oder zumindest die Parallelen der Maimonidischen Spekulation erhellen und aufdecken. Dem Ganzen geht noch eine große Einleitung voraus, in welcher sich der Übersetzer auf die Darstellung der gesamten jüdischen Philosophie von Maimonides erstreckt und hernach das Leben und Denken dieses großen Mannes uns näher bringt. Dem ganzen Werke sieht man die Erfahrenheit und Genauigkeit des gewiegten Kenners an, gepaart mit Hingabe zur erwählten Sache, doch auch mit dem Drange des Schaffens, der ein Ermüden nicht kennt. Noch steht der zweite Band aus,- er wird gewiß nicht lange auf sich warten lassen. Wir wünschen dem würdigen Manne, daß er auch diese Zeitgrenze rüstig und schaffensfroh überschreite, auf daß er sich an dem Spätling seiner Forschertätigkeit noch lange erfreuen möge. S. K. Beginnen. Von Gustav Landauer. CMarcan* Bfocfi=Verfag zu KöfnJ. Martin Buber hat in diesem schmalen Büchlein Aufsätze Landauers aus den Jahren 1907 bis 1914, die in Zeitschriften verstreut waren, gesammelt. Kein System des Sozialismus wird hier aufgezeigt, kein Dogma enU wickelt. In jedem Satz, in jedem Wort beinahe manU festiert sich die religiöse Inbrunst dieses wunderbaren Menschen. Jeder dieser Aufsätze ist ein Aufruf zu einem innerlichen Sozialismus, der jenseits des Parteisozialismus steht, weil er die sozialistische Gesinnung will, das Letzte aus dem Herzen der Menschen, die große Liebe und nicht den Haß. Starkes jüdisches Gefühl, Zusammen^ hang mit dem Judentum der größten gottnächsten Zeit spricht aus den Worten dieses großen Revolutionärs sregen die Verhärtung der Herzen. Wer den »Aufruf zum Sozialismus« gelesen hat, lese diese Aufsätze Landauers, der das feine Wort ausgesprochen hat: »Der Staat ist für himmlische Sehnsucht ein Nichts« und der gesagt hat: »Sozialismus ist nicht ein fertiges Lehrgebäude, sondern zunächst ein Aufbäumen des Gefühles und Willens gegen Ungerechtigkeit, Unsinn und Häßlichkeit.« Das war der Sozialismus des Juden Landauer, der im Kampfe gegen Ungerechtigkeit, Unsinn und Häßlichkeit fiel. E. H. J. H. Weiß. Dor dor w'dorschaw. {Zur Geschichte der jüdischen Tradition.J Band I— V, Neuauf[age. CPfatt<&> Min&us, Bertin, 1923/24J Wie ist aus dem kleinen, dem Götzendienste fast erlegenen Volksstamm Israel das heutige, wenn man will, rabbinische Judentum geworden? Das Problem, das Denker und Forscher immer wieder anzieht, behandelt Weiß in den fünf Bänden. Er leuchtet meisterhaft in die Uranfänge der jüdischen Tradition, spinnt den Faden von da bis zu den beiden Talmuden und über sie hinaus bis zum Ausgange des Mittelalters. Generationen auf Generationen sehen wir in schöpferischer Geistesarbeit am Bau der talmudischen Monumentalwerke und eines noch wunderbareren Werkes, des traditionellen Judentums. Weißens unsterbliches Verdienst ist es, als Erster in der modernen Wissenschaft des Judentums, dieses Problem wissenschaftlich erfaßt zu haben. Mag auch einzelnes an 149

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