Mannheim
Compact Memory

Das Zelt · 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · page 42

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Zelt
Volume
1 (1924)
Issue
Heft 4 (April 1924)
Date
1924-04-01
Page
– (sequence 42)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3139318-3133277-3133281--193-3133496
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions (1 not found in this text)

MITTEILUNGEN diesem Werk wissenschaftlich überholt sein, das Werk als Ganzes ist als Geistesgeschichte des Judentums von bleibendem Wert. J. H. Weiß, der in dieser Stadt als Lehrer am Beth= Hamidrasch wirkte, ist der Letzte aus der Reihe jener jüdischen Wissenschaftler, die ihre Werke hebräisch schrieben. Der Lohn blieb nicht aus. Sein Werk erlebte in vier Jahrzehnten sechs Auflagen, in der wissenschaftlichen Literatur des Judentums ein schier unerhörter Erfolg! Während Zunz und Frankl, Bacher und Kaufmann auf einen engen Leserkreis von Gelehrten und Jüngern der Wissenschaft beschränkt blieben, ist das Werk Weißens das populärste moderne wissenschaftliche Werk bei den Juden, und das Buch von der jüdischen Tradition fand seine begeisterten Leser gerade dort, wo jüdische TradU tion kein Objekt archäologischer Studien, sondern Leben bedeutet. Es war darum ein glücklicher Gedanke, dieses seit einigen Jahren vergriffene und viel begehrte hebräische Buch gerade jetzt, da die fremdsprachige Wissenschaft des Judentums wieder heimfindet, neu erscheinen zu lassen. Ch. K. Aftheßräische Lyriii. Nachdichtungen von ManfredSturmann. Mit einer Einfeitung von Arnofd Zweig. CAffgemeine Verfagsanstaft, MünchenJ Starkes Sprachgefühl und Bildhaftigkeit des Ausdruckes kennzeichnen diesen jungen Autor. Der oft gesetzte Versuch, die kanonisdie Dichtung des Judentums mehr als zu übersetzen, nachzudichten, ohne die feinen Schwingungen, die ihr innewohnen zu dämpfen, ist in großem Maße gelungen, sonderlich was die Psalmen betrifft. Sturmann bringt Phantasie mit, er unterliegt nicht philologischer Nüchternheit: er dichtet. Dem Hohelied hingegen scheint er nicht ganz gewachsen zu sein. Nicht seine Auffassung des Hohen Liedes — Salomo als Dialogfigur, die von Chajes und anderen Forschern als solche abgelehnt wird — ist das Wesentliche, sondern die allzugroße Freiheit, die er sich erlauben muß, um der Stimmung treu zu bleiben. So meine ich das zum Beispiel l'susatij b'richbej phar'o mit »Du bist das Gold an Pharos Wagen« übersetzt, sich vom Original zu weit entfernt. Alles in allem aber ein schöner und begrüßenswerter Anfang eines jungen Autors,- doppelt begrüßenswert, weil er zu den Quellen, zu den Müttern zurückfindet. E. H. Büchereinfauf: Dem »Zelt« sind im letzten Monat folgende Bücher zugekommen: Jeßuda L. Landau (Johannesburg): L'fanim o l'achor,- Verlag Ha=solel, Jerusalem. — D. Bufascßow: Bolschewismus und Judentum,- Philo A/erlag, Berlin. — B. Segef: Philosophie des Pogroms,- Philo=Verlag, Berlin. — Romain Roffand: Mahatma Gandhi,- RotapfeU Verlag, München. M I T T U N G N Infolge Überfüllung an Material wird die Fortsetzung der Reihe „Jüdische Bifdßauer aus der Schule Anton Manaks" auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Die Bücher: „Die äff gerne ine Näßrpßidot" und „Krieg, Weßrpßicht und Staatsverfassung", die in dem Artikel von Margit Ornstein über Josef Popper= Lynkeus im dritten Heft besprochen wurden, sind im Rikola=Verlag Wien erschienen. Die Kunstredaktion bittet die Leser dieser Zeitschrift, ihr jüdische, in Privatbesitz befindliche Altertümer durch Einsendung von guten Photographien oder Zeichnungen zur Reproduktion zugänglich zu machen. Redaktion und Verlag übernimmt die Haftung nur für Einsendungen, die an sie adressiert sind. — Unverlangten Sendungen aller Art, deren eventuelle Rücksendung erwartet wird, sind entsprechende Postmarken beizulegen. Redaktionsschluß i. April 1924. SCHERENSCHNITT AUS DER SAMMLUNG J. R. Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zelt--Verlag, G.m.b.H. - Verantwortlicher Redakteur: Eugen Hoeflicb, Wien, XVI., Feßtgasse 17. — Druck: Gesellschaft für graphische Industrie A.=G. (verantwortlich Karl Wrba), Wien, III., Rüdengasse 11.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.