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Das Zelt · 1924-02-01 · Heft 2 (Februar 1924) · p. Seite 77

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Zelt
Volume
1 (1924)
Issue
Heft 2 (Februar 1924)
Date
1924-02-01
Page
Seite 77 (sequence 44)
Language
German
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BUCH, KUNST UND KÜNSTLER NEUE BÜCHER Reden üßer das Judentum. Von Martin BuBer. CRütten et Loening Verfag, Tranßfurt.J Eine Gesamtausgabe der acht Ansprachen, in denen Buber das Judentum, von seinen ethischen, metaphysischen, von seinen religiösen Grundlagen ausgehend, erläutert und darstellt, und versucht, — diese Reden sind in erster Linie an die Jugend gerichtet — diese jüdische Jugend zu den religiösen Urquellen zurückzuführen. Die exzep» tionelle Stellung Bubers in der jüdischen Bewegung ist eine zu bekannte, als daß sie aus Anlaß dieses Buches neu erörtert werden müßte. Immer wieder aber ist auf die Lauterkeit der Idee und die volltönende Reinheit der Sprache hinzuweisen. Die Vorrede, die dem Buche bei» gegeben ist, zeigt den tiefreligiösen, religiös=parenätischen Kern der neuen jüdischen Bewegung, deren vorzüglichster Essayist — in deutscher Sprache — Martin Buber ist, scharf belichtet auf. Dasafte TestamentimBifde. VonTfieodorEßren* stein. CKunstverfag Afßert Kende, Wien 1923J In mehr als zehnjähriger Arbeit wurde hier ein Werk geschaffen, das schon äußerlich durch den ungeheuren Umfang — mehr als zweitausend Bilder auf etwa tausend Seiten — als Standardwerk gelten kann. Diese Bilder, von frühchristlicher Kunst bis auf die Moderne eines Chagall und Kokoschka, vereinen, was bis nun noch kaum versucht wurde, das künstlerische Schaffen Europas, dargestellt durch Werke seiner typischen und prominenten Vertreter, dargestellt an einem allen Zeiten, allen Stil» arten und allen Schulen gemeinsamen Thema: dem Alten Testament. Ehrensteins Versuch, ein gewaltiger Versuch auf alle Fälle, will zur Popularisierung der allgemeinen Kunst» geschichte beitragen, will aufrufen, auch dem Kunst» Verständnisse seinen Platz einzuräumen. Dieser Versuch ist gelungen und mußte gelingen, da die Idee, an der Hand des — neben dem griechischen Olymp — ganz Europa Gemeinsamen, eben der Bibel, die Entwicklung der Malerei in den letzten zwanzig Jahrhunderten aufzuzeigen, so einfach sie auch ist, bis jetzt nicht gefunden wurde. Das Sujet wird hier sekundär, primär wird Art, Stil und, soweit sich aus Reproduktionen die Technik erkennen läßt, auch diese, sodaß diese Arbeit wie keine Kunst» geschichte der Welt zur Verbreitung des künstlerischen Verständnisses beitragen muß. Vom Standpunkte des Juden wieder ist es ein gigantischer Beweis von dem Ungeheueren, das das Judentum der Welt gegeben hat. Ehrenstein hat sich in weiser Entschlossenheit von einer Begrenzung des Gebotenen durch Worte zurückgehalten. Die unerhörte Fülle der systematisch geordneten Bilder möge wirken. Dies war die Idee des selbstlosen Sammlers. Sie auszuführen gelang ihm in unglaublicher Weise. Die Ausstattung dieses Monumentalwerkes wird auch nicht durch englische Musealwerke übertroffen. Ekstatische Gescßicßten. Von Artur hofitscßer. Mit Steinzeicßnungen von Magnus Zeffer. CH. H. Tiffgner Verfag, Berfin 19230 Drei Berichte aus jenen Grenzgebieten, die zwischen Wachen und Träumen, zwischen dem realen Leben des Tages und jenem jenseits aller Empirie aufgetanen, anderen Gesetzen unterworfenen Leben liegt. Drei einfach erzählte Berichte über unkomplizierte Geschehnisse, die nicht erklärt werden wollen, weil ihnen Ratio weder Basis noch Maß ist. — Am stärksten erscheint mir die letzte Geschichte: Verzückung eines neugeborenen Judenkindes, das seine Lebensaufgabe in den beiden ersten Tagen seines Lebens erfüllt, um vor den Augen des Rabbi zu entschwinden. Ruhige Sprache, ohne die Mätzchen und die technischen Mittel, nach denen zu greifen die Materie dieser Erzählungen leicht verleiten kann, um billige 77

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