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Das Zelt · 1924-02-01 · Heft 2 (Februar 1924) · page 45

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Zelt
Volume
1 (1924)
Issue
Heft 2 (Februar 1924)
Date
1924-02-01
Page
– (sequence 45)
Language
German
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MITTEILUNGEN Spannung zu erzeugen, und rüstige Gestaltungskraft lassen Holitschers Erzählertalent angenehm empfinden. Die Aus* stattung des Buches erfreut das Auge. Den Zeichnungen von Zeller liegt Können zugrunde, aber diesmal wohl nicht allzu viel Ekstase. Autor und Verlag sind zu loben. Sifßermann. Von Jacques de Lacreteffe. CE. P. Taf=Verfag, Wien 1923J Die Tragik des Westjuden, der dem Wirtsvolk sich angleichen und seinem Blute doch verbunden bleiben will. Die Orgie des Antisemitismus, die brutale Kraftäußerung der Majorität, der kleinen kraftlosen Minorität gegenüber. Davon spricht dieser kleine, außerordentlich angenehme, mit viel psychologischem Verständnis geschriebene Roman. Silbermann, der französische Jude, in der Zeit der Camelots de roi, gelegentlich ein wenig allzu golushaft, im Grunde aber ein vorzüglich getroffenes Konterfei des Westjuden, der schmal, gedrückt und dennoch lebensbejahend an der Seine, an der Spree oder an der Donau, wie in einem luftleeren Raum lebt, dieser Silbermann schließt die Periode des hassenden Dulders eindeutig ab, eindeutig auch die Periode bedingungsloser Assimilation. Er ahnt das größere Judentum, aber er ahnt es nur. Nicht eindeutige Ent* Scheidung, nur eine Sehnsucht blüht in ihm auf. So wird Silbermann zum Typus des Westjuden, der nur die negative Entscheidung aus der Tragödie seiner Entwurzelung zu finden weiß. Nicht das Ziel wird ihm klar, nur die Richtung, die Ahnung eines Weges: »Wo immer wir uns auf der Welt festsetzen mögen, es ist fremde Erde. Das eine aber weiß ich sicher, daß wir Juden sein werden,- und ich werde gute Juden aus ihnen machen, denen ich den Gedanken an die Größe unserer Rasse und die Hoch* achtung vor unserem Glauben beibringen werde.« Der arische E. P. TaUVerlag bringt nun das vierte Judenbuch heraus. Hoffentlich hat er mit diesem mehr Erfolg als mit den andern. Eugen Hoeflich. BÜCHEREINLAUT Folgende Bücher, über die gegebenenfalls an dieser Stelle noch gesprochen werden soll, kamen dem Zelt in letzter Zeit zu: Oskar Neumann: Ruth,- Steiner* Verlag, Preßburg. — A ff red Woffensiein: JüdisöSes Wesen und neue Dichtung,- Erich Reiß* Verlag, Berlin. Wafter Ratßenau: Eine Würdigung,- Marcan=Block* Verlag, Köln. — Dr. Artßur Helfer: Teile eines Ganzen,- Selbstverlag. M I T T E I Die Reihe „Jüdische Bifdßauer aus der Scßufe Anton Hanaßs" wird im folgenden Heft fortgesetzt. Die graphischen Blätter von Georg Eßrfich erscheinen mit Erlaubnis der Verlage Paul Cassierer und Euphorion, beide in Berlin. Pauf Königsßerger: Von dem in diesem Hefte besprochenen Bildhauer Paul Königsberger sind einige Kleinplastiken und plastische Skizzen im Kunstsalon Würthle's Nachf. ausgestellt. Pafästina. Eine Künstlermappe <zirka 40/60 cm>, zehn Lithographien, darunter drei farbige Blätter, von Maler Josef Tfocß, Wien,- jedes Blatt vom Künstler signiert. Subskription nimmt der Verlag »Das Zelt« entgegen. Preis zirka Kronen 250.000 bis 300.000. LUNGEN In der Gaferie Hofßein, L, Tranz Josefs=Kai Nr. 41, ist ab 27. Jänner eine große Kollektion von wiener Handzeichnungen und Aquarellen des 19. Jahrhunderts zum Verkaufe ausgestellt, in der die hervorragendsten Meister der wiener Schule vertreten sind. Den Ankauf der Originale der in diesem Hefte publi* zierten Bilder und Plastiken — soweit sie verkäuflich sind — vermittelt der Verlag »Das Zelt«, Wien, I., Tegetthoffstraße Nr. 7/9. Die Redaktion bittet, unverlangten Sendungen aller Art, deren eventuelle Rüdesendung erwartet wird, die ent* sprechenden Postmarken beizulegen. Redaktionsschluß: 15. Jänner 1924. JÜD. VOLKSKUNST SCHERENSCHNITT Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zelt* Verlag, G.m.b.H. — Verantwortlicher Redakteur: Eugen Hoeflich, Wien, XVI., Feßtgasse 17. — Druck: Gesellschaft für graphische Industrie A.=G. (verantwortlich Karl Wrba>, Wien, III., Rüdengasse 11.

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