Das Zelt
- Journal
- Das Zelt
- Volume
- 1 (1924)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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DAS ZELT Das erste seiner beiden Hauptwerke, »De medicorum principum historia*, besteht aus zwölf Büchern und enthält eine Sammlung der von den vorzüglichsten Ärzten gemachten Beobachtungen, begleitet von bestätigenden, anzweifelnden oder widerlegenden Darlegungen des Zacutus selbst. Das an der Spitze des Werkes gegebene Verzeichnis der angeführten Autoren beläuft sidi auf 1488 Nummern. Daran reiht sich eine zusammenhängende Darstellung der einzelnen Krankheitsformen, belebt durch eine reiche medizinisch=chirurgische Kasuistik. Das zweiteHauptwerk, »Praxis tnedicaadmiranda«, bringt in drei Büchern fast 500 Beobachtungen seltener Krankheitsfälle, manchmal ergänzt durch Leichenbefunde. Zacutus konnte, abgesehen von seiner Gelehrsamkeit, nur deshalb ein so gewaltiges Material zusammenbringen, weil er auf eine vieljährige Praxis, noch dazu in zwei so differenten Ländern, zurückblickte und das Glück hatte, mit vielen Fachgenossen teils in direktem, teils in brieflichem Verkehr zu stehen. So bietet denn sein Schrifttum, zu dem auch eine Rezeptsammlung gehört, eine wahre Fundgrube erlesener Fälle, oft zum erstenmal gemachter Beobachtungen, die den Verfasser als einen der besten Ärzte seiner Zeit erkennen lassen. Wohl hing Zacutus dem System Galens an und verwarf die neu aufkommende chemiatrische Richtung, doch entgingen ihm auch die Schwächen Galens nicht, namentlich auf dem Gebiete der Anatomie. Den großen Reformator Vesalius anerkannte er voll Bewunderung,- Harveys Lehre vom Blutkreiss lauf stand er allerdings noch unentschieden gegen* über. Für den jungen Arzt namentlich hinterließ er eine Anleitung zur medizinischen Praxis, welche in Kürze vortreffliche Ratschläge hinsichtlich des Studienganges und deontologische Vorschriften darbietet. Von den ersteren ist hervorzuheben, daß sie die Wichtigkeit gründlicher anatomischer und chirurgischer Kenntnisse nachdrücklichst betonen, letztere sind vom Geiste echter Humanität erfüllt und werfen interessante Streiflichter auf die damaligen Standesverhältnisse. Wie die den Gesamtausgaben seiner Werke beigefügten Lobgedichte sowie zahlreiche briefliche Äußerungen hervorragender Zeitgenossen beweisen, stand Zacutus bei den Meisten in hohem Ansehen, nur vereinzelt erhob sich bei seinen Lebzeiten Widerspruch oder gar ein verunglimpfendes Urteil. Nach seinem Tode wuchs allerdings die Zahl der Nörgler, der hämischen Kritiker. Die Vorein* genommenheit ihres Urteils über Zacutus leuchtet schon daraus hervor, daß die abfälligen Bemerkungen stets im Vorwurf der Religions* oder Stammeszugehörigkeit gipfeln. Leider ließen sich manche Medizinhistoriker durch sie einigermaßen beein* Aussen, die großen Forscher Sprengel und Daremberg sprechen sich dagegen anerkennend aus, ganz besonders aber Lorain, der Zacutus für einen der gelehrtesten Praktiker seiner Zeit erklärt, für einen Arzt, dessen hohe Begabung durch seine Schriften unzweifelhaft dargetan wird. DAS ZELT VON ARMIN T. WEGNER Entstammt dem preußischen Beamtenmifieu. Er scßrieß in den fetzten Jaßren aussSfießfidi Orientßiicßer, in denen er mit großer Ließe und großer Demut dem Osten und dem Orientafen, afso aucß dem Juden, unvoreingenommen, sidi näßte. Seine ßeiden fetzten Bücßer, „Die Schweife der Gfücßsefigßeit" und uDer Knaße Hussein", erschienen im Syßiffenverlag (Dresden). Du Fetzen Leinewand, von Schmutz besudelt, Bedeckt mit Wunden, narbenübersät, Der sturmdurchjagt, von Schakalen umrudelt Als Fahne über meinem Haupte weht. Mir Dach und Heimat, Inbegriff der Dinge, Darin ich wohnte Jahr und fremden Tag, Mein Wüstenvogel, der mit blauer Schwinge Mich sanft umschattet, da ich schlafend lag. Wie glänztest du mir bleich im Tanz der Sterne, Ritt ich im Dunkel durch die taube Welt. So zaubersam! O leuchtende Laterne, O Segel, über unsern Traum geschwellt. Wenn wir hinab die breiten Ströme glitten, Aus ihrer Gruft die tote Erde stieg, Verwesung atmend hinter unsern Hütten, Um uns das Land mit weißer Lippe schwieg. In dein Gewand will ich mich liebend falten, Stürz ich im Dunkel, kugelüberschwemmt, In dich gehüllt, im Wüstenwind erkalten: Du Tuch der Tränen, Schweiß- und Sterbehemd. 34