Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1857)
- Date
- 1857-12-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Die jüdische Geschichte. H v> »I Juden zu sprechen; das Wirkender Propheten läüt sich in Verbindung brmgen mit dem Wirken -der spatern Nabbinen der Bau des Tempels und die Einrichtung des Tempeldienftes mit dem Synagogenbau und der Snnagogennnnchtung oder mit den Versuchen zum Wiederaufbau des Tempels, die Bücher 5er Schrift mit der nachbiblischcn Literatur ic. So zeigt sich denn der aus Mangel an Zeil hergenommene Einwand zur Ausschließung der jüdischen Geschichte nur als ein Vorurtheii. II. Ein anderer Umstand, der fraglichen Gegenstand als allgemeinen Lehrzweig in der Schule ausschließt, mag wol'l auch der sein, daß es laug an Hülfsmitrein für diesen Ulnerrick'tä- Gegenstand fehlte. Die bisherigen jüdischen Geschichtsbücher waren einerseits zu umfangSreich. zu ausgedehnt, zu streng wissenschaftlich oder zu trocken, zu sehr skizzirt und das Bedürfnis, der Elementarschulen nicht gehörig würdigend. Ich schmeichle mir. daß mit dem Erscheinen meiner .,Iöraelit.-Geschichte" und mit meinen „Denkwürdigkeiten aus der jüdischen Geschichte" auch dies Htnderniß in Wegfall gekommen, Als weiterer Uebelstand dürfte bezeichnet werden: Die mangelhafte Bildung der Lehrer und die Unbekauntschaft vieler jüdischen Schulinspectoren mit d er jüdischen Geschichte. Es dürften unter hundert Lehrern kaum fünf zu finden sein, denen die jüdische Geschichte kein „unbekanntes Land" wäre (Scheint uns zu stark! —Ned.). Woher sollte nun ein Interesse für diesen Lehrgcgenstand kommen? Zum Selbstunterrichte waren für viele Lehrer die vorhandenen jüdischen Geschichtsbücher theils zu hoch, theils;u interesselos und zu vieles Wissen voraussetzend, so daß solchen Lehrern, zumal wenn man sie von keiner Seite zum Unterricht in diesem neuern Gegenstande anregte, jeder Sporn zur Beseitigung der dargebotenen Schwierigkeiten fehlte. III. Man würdigte den Werth des jüdischen Geschieht s - U n terrichts nicht in vollem Maße. Wir wollen hier nicht ans den formalen Nu tzen hindeuten, den vasStudium der jüdischen Geschichte mit dem der universellen oder speciellen gemein hat, wollen nicht naher erörtern, wie durch Elnprägung des geschichtlichen Materials das Gedächtniß gestärkt wird, wie sie das Urtheil weckt, das Denken befördert, wie sie Einbildungskraft und Phantasie belebt '.c., denn ähnlichen Gewinn erzielen wir durch das Geschichtsstudium überhaupt. Wir wollen es vielmehr versuchen, den besondern, eigenthü mlichen Nutzen nachzuweisen, den die Wische Geschichte unserer Jugend gewährt. VII. 29