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Der israelitische Volkslehrer · 1857-12-01 · Heft 12 (Dezember 1857) · page 14

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 12 (Dezember 1857)
Date
1857-12-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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360 Zur Btschneidungsfrage. Verbindung gedrängt wird, itt welchem Falle der Vater, so M ihm sonst das Judenthum am Herzen liegen mag, leicht die Veranlassung wird, daß seine Enkel dem Judenthum entfremdet werden. — Am Wichtigsten aber erscheint uns die Rücksicht auf die spätere religiöse Ueberzeugung des Sohnes selbst. In diese übt derVater geradezu einen u)lrechtmäßig en, ihm nicht zustehenden Eingriff, insbesondere da, wie wir oben erwähnt, nach biblischen wie talmudifchcn Grundsätzen der, die Beschneidung unterlassende Sohn weit straffälliger als der Vat e r erscheint. Kommt nun der Sohn in die Hand eines religionseifrigen, rücksichtslosen Lehrers, so ist es der Vater, welcher das Schwert der Gewifsensbeünruhigung für immer über den Sohn befestigt hat. Oder schließt man später den Letzteren gar da und dort von der jüdischen Gemeinschaft aus, so kann sein Verlangen, irgend welcher Religion ganz anzugehören, ihn bewegen, vom Judenthum sich loszusagen, und auf den Vater fällt die schrecklichste Verantwortlichkeit zurück, die erste Ursache zum Abfalle seines Sohnes gegeben zu haben. — Wenn wir aber die Handlungsweife des Vaters im höchsten Grade mißbilligen, ja, wie oben erörtert, ihm gar dazu die Berechtigung nicht zugestehen, so ist damit nicht gesagt, daß uns aus dem Unrechte des Vaters ein Recht erwachse, die Rechte des Sohnes als Religions- oder Gemeindegenofsen im Entferntesten zu beeinträchtigen.— Als sein Rechtöbeistand aufzutreten, haben wir vor Gott und Menschen uns heilig angetrieben gefühlt. Frankfurt a. M., am Lichtfeste 6618. Leopold Stein. Die jüdische Geschichte, ein unerläßlicher Unternchtsgegenstand einer jeden israelitischen Schule; von Emailuel Hecht in Hoppstätten. Die jüdische Geschichte hat bis jetzt nur in wenigen jüdidischen Lchranstalteu Zutritt erlangt, unter hundert Schulen gibt es kaum eine, worin sie obligatorischer Unterrichts-Gegenstand wurde. Woran liegt die Schuld?

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