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Der israelitische Volkslehrer · 1857-12-01 · Heft 12 (Dezember 1857) · page 13

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 12 (Dezember 1857)
Date
1857-12-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Zur Beschneiduiigsfrage. 359 hlN^'v um alö Seelenretter und als Anwalt eines KindeS aufzutreten, welchem man, ohne es zn fragen, widerrechtlich und gewaltsam seine Gemeinde-Angehörigkeit entreißen will. — Schließlich fühlen wir uns. nach obiger Auseinandersetzung, um so mehr verpflichtet, unser Unheil auch über die Handlungsweise des Vaters auszusprechen. — Daß, wie der klägerische Rabbiner mit eminenter Unkemuniß allgemeinhin behaupter, die Unterlassung der Veschneidung von Seiten des Varers „als ein factischer Austritt aus dem Judenthum zu betrachten sei," ist nicht wahr. Das findet sich nirgends, weder in der Bibel, noch im Talmud. Der Vater ist nur der Übertretung eines Neligionsgebotes schuldig (NL'PI die .Mrsrk"- Strafe bezieht sich nur auf deu an sich selbst die Veschneidung Unterlassenden. — Allein die hohe Bedeutung der Veschneidung erkennen wir vollständig an. Sie ist kein Sacrament, aber nach dem Sabbath, das wichtigste aller Ceremvnialgesetze. Beide sind Bundessymbole (N^ID 7M> Dabei erachten wir, gerade M Mlserer Zeit, die Unterlassung der Veschneidung von Seiten deö Vaters für weit verantwortungsvoller, als in irgend einer früheren Zeit. Nach unserer, oft kundgegebenen Ueberzcugung, bedarf die Religion zu jeder Zeit der äußeren Manifestirung durch Zeichen und Symbole; eö sind daher die gegebenen, worauf die Weihe und Autorität der Zeiten ruht, zu erhalten, insofern sie nicht alö antiquirte Mißbrauche erscheinen. Namentlich sind die biblischen Gesetze, als göttlich geoffenliarte Normen, insofern sie nicht ausdrücklich als nur für Palästina gegeben erscheinen, unantastbar zu bewahren. Das Leben aber hat auch diese in seinen allgewaltigen Strom hineingerissen, und es wird uns schwer, selbst die heiligsten, die Gebote der Sabbath-u. Festtage, nur cheilweise von dem Untergange zu retten. Die Veschneidung aber ist ein Symbol, welches bis jetzt, mit seltenen Ausnahmen, in ganz Israel seine Autorität bewahrt hat. Die Antastung desselben Mt daher um so schwerer in die Wagschale, als sie die einzige Form ist, welche bis jetzt dem Strome der Zerstörung Widerstand geleistet hat. — Dazu kömmt noch, daß der Vater hier eine Handlung unterläßt, welche dem Sohne schwer Mr. nachzuholen. Ihre Unter; tassung aber kann demselben später, schon in materieller Begehung, von großem Nachtheile sein. z. B. bei seiner Verheiratung. In solchen, sehr nahe liegenden Fällen wird der Vater sich große Vorwürfe von Seiten seines Sohnes zuziehen, wenn nicht gar dtt Sache dahin sich entwickelt, daß der Sohn zu einer ansserjudqch'" )en

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