Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 11 (November 1857)
- Date
- 1857-11-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Schulnachrichten. 339 unw unerfreulichsten gezählt werden muß, indem von den 1S,000 Israeliten der.Pfalz nur so selten Einer für das Lehramt sich bestimmt Aber auch der Wissenschaft wollen sich nur sehr wenige Israeliten bei uns zuwenden, was wir aus den Jahresberichten der Gymnasien wohl schließen dürfen, indem das zu Speyer gar keinen und das zu Zweibrücken nur 3 Israeliten aufzeigt. — 4. Aus dein Großherz ogchum Hessen. (Corrfp.) — - Provinzial^iabbiner Herr 0r. Levi' zu Gießen hielt im September e. im Kreise Büditigen, da, wo ordentliche Lehrer angestellt sind, Schulprüfung, deren Resultat ein befriedigendes war^ Nur muß bedauert werden, daß diese Schulprüsungen sich nicht regelmäßig, wie, in Elementarschulen, jährlich wiederholen, woran aber nicht der Rabbiner^ sondern der Mangel an vesfallslgen^ gesetzlichen Bestimmungen schuld ist. Andrerseits aber auch erwächst aus solchen Prüfungen bei der Sachlage der israelitischen Neligionsschnlen keine Ersprießlichkeit, es sei deren Nesnltat auch welches es sein möge. Ist die vertragsmäßige Dienstzeit des Lehrers abgelaufen,' so entscheidet über Sein und Nichtsein selten seine Lehrtüchtigkeit, — fondern entweder die Laune des Vorstandes und dessen Camarilla ssic!) oder irgend ein zufälliges Verhältnis Man Hegt^ zwar die Hoffnung, daß eine beim Gr. Ministerium des Innern zu Darmstadt eingereichte deSfallsige Petition eine erwünschte Regelung in dieses ChaoS bringen möge^ allein solange die intelligenten Vorstände nicht selbst Hand ans Werk legen, das alte Vornrtheil gegen eine feste Anstellung des Lehrers fallen zu machen, so lange wird die von den Lehrern sehnlichst erwqrtetete bessere Zeit nicht realisirt werden. Andererseits muß es allerdings auch Aufgabe des Lehrers sein, durch sein moralisches und dienstliches. Betragen sich das vollkommenste Zutrauen seiner Gemeinde zu erwerben, wodurch dem erwähnten Vorurtheile ein großer 5!hell seiner Intensität genommen wird. Der Troß des diesseitigen Lchrerstandes besteht noch zu stark aus ungeeigneten Subjetten, ohne alle gediegene Vorbereitung. Dagegen sollten ihren ganzen Einfluß und ihre gewichtige Stimme die Herren Nab b iyer geltend machen, nicht aber sollten, den Gemeinden gegenüber, die Bestrebungen der Lehrerversammlnng, an denen sich Freunde unseres Lehrerstandes, wie Formstecher, Aub, Stein, Jost u. a. mit Liebe betheiligt haben, für ein tovrgebornes Kind erklärt und dadurch dem Anscheine der Lächerlichkeit preisgegeben werden.