Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 11 (November 1857)
- Date
- 1857-11-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Schulnachrichten. 337 Mren Opfer nicht zu viel sind, durch einige Data aus hiesiger Gegend zu belegen. Die israelitische Gemeinde zu Odernheim sendete bis vor zwei Jahren ihre Kinder in die protestantische Schulen daselbst, wofür sie ungefähr im Ganzen jährlich 35 fl. zu entrichten hatte. Die seither errichtete israelitische Elementarschule erfordert einen Kostenaufwand von mehr als fl. 350. Dabei werden auch für andere Gemetndeanstalten keine Kosten gescheut, und besitzt die Gemeinde einen wohlgeordneten Gottesdienst, einen Kranken, und Beerdtgungsverein mit verhältnißmäßig bedeutenden Mitteln, eine Gemeindealmosenkasse u. a. m. Diese Gemeinde zählt nur achtzehn Mitglieder. — In Alsheim, einer Gemeinde von nur zwölf Mitgliedern, deren Schule bislang immer nur von 5-—6 Kindern besucht wird, empfängt der Lehrer, mein Freund Marx, einen Gehalt von 325 fl. und freie Wohnung. Dabei erfreut sich derselbe einer ungemeinen Popularität, einer verdienten Liebe und Zuneigung, die keine Gelegenheit vorübergehen läßt, sich tatsächlich zu äußern. — In Bechtheim ist eine gutdotirte Volksschule, an welcher Herr Sonnenberg seit Jabren segensreich wirkt. Die wenig über zwa nzig M itglieder zählende Gemeinde hat ein neues sehr freundliches Schulhaus, und erst im laufenden Jahre eine sehr hübsche Synagoge gebaut. — ,In Oppenheim lebt und wirkt sehr heilsam seit sieben Zähren Herr Lehrer Stetten he im er. Die dortige Volksschule wird zum Thetl von der Communalgemeinde erhalten. Dagegen htt.die Gemeinde, die noch ziemlich am Alten klebt, ihre besonderen Vorbeter, mit denen sie immer Balgereien hat. Möge sie sich doch zum Besten ihres Gottesdienstes bald eines Besseren besinnen, und den in jeder Art wackeren St. auch mit dem Vorbeteramte betrauen. — In Guntersblum wirkt seit 18—20 Jahren Herr Lehrer Hirsch, einer der tüchtigsten, begeistertsten und fleißigsten Lehrer, die ich kenne, der im vollen Sinne des Wortes nur für die Schule zu leben scheint. Die Gemeinde zählt ebenfalls eirea 25 Mitglieder, und bezieht Hirsch einen Gehalt von 270 Gulden, nebst freier Wohnung und Holz. Die Communalgemeinve zahlt hierzu 70 fl. — Schornsheim hat an Herrn Gottschall einen braven, berufstreuen Lehrer, den Liebling unseres unvergeßltchen Herrn vi>. S. Adler. Er ist blos Retigionslehrer, jedoch definitiv aufgenommen, und die Gemeinde wird kein Opfer scheuen dürfen, um ihn dauernd zu fesseln. Anch Niederwiesen hat eine israelitische Elementarschule, die ich jedoch, sowie rhren Lehrer nicht kenne. — In Heßloch hat Herr Lehrer Herzog eine recht? gute, wenn auch nicht definitive Anstellung.