Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 11 (November 1857)
- Date
- 1857-11-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Zig Gelehrte Frauen idee, welche eben im Gottesdienst, in der Anbetung Gottes ihren reinsten Ausdruck findet, wird nie und nimmermehr M der Menschheit weichen und/ selbst in den Zeiten der ausgebreitetsten und vollsten Verwirklichung deS Humanismus unangetastet fortbestehen. , 5» Gelehrte Frauen in Israel, Mittheilnng von ISN» Carmoly And ras, der fromme Rabbiner, trat mit seiner Gemahlin Gracia in dm Garten unseres Landhauses. Nach den ersten Höflichketten der Begrüßung führte ich, als Dame des Hauses, die ehrwürdigen Gäste in den Schatten der Iasminlaube, wohin mein Mann soeben mehrere Damen, unsere Freundinnen, hinw gleitet hatte. Es war ein schöner Abend. Der Himmel gliche über den Gebirgen. Die höchsten Felsen und die erhabensten Bäume strahlten rosenroth. Goldstretfen zitterten zwischen bläulichen Schatten über die ganze Landschaft. Der Glanz dieses Schauspiels begeisterte alle Herzen. „O Gott!" rief der Rabbi, seine Augen gegen den Himmel gerichtet: „wie wenig gehört dazu auf Erden glücklich zu sein, und wie Wenige sind es I Der Mensch in seinem eitelen Wahne, hascht ewig nach vermeintlichem Glucke, das er nie erreicht, oder das ihn nie befriedigt. Dann weint er und klagt die Welt und ihren erhabenen Urheber an, über daö Elend deS menschlichen Wesens!" „Ganz wahr, hochwürdiger Lehrer!" sagte ich zu ihm: „Kein Sterblicher erreicht hienteden auch nur den hlindertsten Theil seines Begehrens." „Mir scheint", antwortete Madame Gratia, „die Frau sei genügsamer in ihren Wünschen als der Mann." Der Rabbiner lächelte. Mein Gemahl unterstützte die Meinung der Madame Gracia. „In der That"/ sprach erj „kem-r Frau ist noch je eingefallen, wie den meisten Männern, ihr Gliick