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Der israelitische Volkslehrer · 1857-10-01 · Heft 10 (Oktober 1857) · page 30

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 10 (Oktober 1857)
Date
1857-10-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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88 Die werdende Schöpfung. Güte, so viel Ordnung — Anklang überall — wie muß er sich schämen, daß in ihm herrscht so viel Thorheit, so viel Bosheit, so viel Unordnung — Mißtöne in seinem ganzen Wesen! Darum aber gehet diesem Feste der V e r sö h n u n g s t a g voraus. An diesem Tage sollen wir die Ordnung unseres Wesens, den Einklang zwischen Leib und Seele wiederherstellen. Da sollen wir unsere Menschenwürde in uns erneuern, damit wir es Werth seien, an der Spitze der irdischen Geschöpfe zu stehen. Sind wir am V e r s ö h n un g s t a g e zu G o tt zurückgekehrt, um ihn z,m Vorbild unserer Vervollkommnung zu nehmen, dann kehren wir am Freudenfeste zur Natur zurück, um uns an ihrer Herrlichkeit zu erfreuen. Dann beschämet uns nicht mehr der Ruf, welchen das schöne Naturganze an uns richtet: M ensche n, strebet als Kinder eures allvollkommenen Vaters nach Vervollkommnung. — Und endlich: III. Traget bei, daß auf Erden, im großen Vaterhause, hergestellt werde ein beseligender Zustand der Vollkommenheit. I VdUX ^21 V'VVTI l^'l Und es waren vollendet die Himmel und die Erde und ihr ganzes Heer. Und im unendlichen Reiche der Schöpfung stand Alles a>, seinem Platze, ging Alles seinen wundervollen und doch natürlichen Gang, griff Alles in einander und trieb Eines das Andere und arbeiteten die Naturkräfte wie dienstbare Gesellen vor den Augen des Alles überschauenden Meisters. So in der Natur. Wie aber in der Menschenwelt? Ach, l. Fr.Z mit Schmerz müssen wir's bemerken am Tage des Festes, in der Menschenwelt, da läßt sich nicht sagen '-VI v^71 l^'l „vollendet sind die Himmel und die Erde und ihr ganzes Heer." Da ist der Himmel — damit meine ich das religiöse Leben, den Inbegriff aller höheren Seeienangelegenheiten — ungeordnet; da ist die Erde — damit meine ich das bürgerliche Leben, den

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