Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1857)
- Date
- 1857-10-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Vollkommenheit der Welt (Am ersten Tage des HüttmfesteS). 89 Inbegriff aller irdischen Angelegenheiten — ungeordnet — und ihr ganzes Heer, die Menschenwelt sammt und sonders, liegt im StrGite. Ja. fast mochte man sagen, die Welt war nur damals vollkommen, als nur Ein Mensch auf Erden war; sobald zwei da waren, gab's Unordnung, Streit uuv Unheil! — Und die einfachsten Wahrheiten, erhebend auf religiösem, beglückend auf bürgerlichem Gebiete, die Menschheit braucht Jahrtausende, bis sie sie findet; und steht einmal ein lichtvoller Mann auf, der mit Gefahr seines Lebens sie predigt und mit seinem ganzen Dasein ihre Anerkennung bewirkt und beflegelt, gleich ist hinter ihm drein eine Meute von Betrügern, die sich wie Raupen an den neugesetzten Baum ansaugen, bis sie seine Herrlichkeit vernichtet. Räthselvolles Menschenleben! Unentwirrbar scheinende Verwirrung! Wo finde ich das Ende? Soll ich deshalb an Gott verzweifeln? nimmermehr! Das heutige Fest gibt es nicht zu! Vierzig Jahre wohnten in Hütten die Kinder Israels, als sie durch hie Wüste nach dem gelobten Lande zogen. Und sie zogen hin und her. vorwärts und rückwärts, Gott aber behielt daß Ziel im Auge, das herrliche Land der Verheißung. Und also führt Gott die Menschen, nur mit dem Unterschiede, daß hier ein Wüstenjahr ein Jahrhundert, eiu Jahrtausend bedeutet. Vorwärts geht's und rückwärts und wieder vorwärts, Alles nach einem höheren Plane, den wir so wenig übersehen können, als das Naturganze, der aber eben so vollkommen ist, als das große Naturganze; und wenn gleich auch einzelnen Theilen der Weltgeschichte, aus dem Zusammenhange herausgerissen, die Vollkommenheil muß abgesprochen werden: ''M das Ganze wird von einem höheren Auge übe r scha uet. Wir aber müssen, soweit unsere Kraft reicht, beitragen, daß es auf Erden besser werde; und wo wir eine Thräne trocknen können, schnell müssen wir zur Hand sein; und wo wir einem Menschen die Erde, angenehmer machen können, da müssen wir uns selbst hochbeglückt fühlen; und wo wir einem armen Bruder, einer bedrängten Schwester einen Werktag zum Freudenfeste machen können, da muß uns dies selbst das feßlichstc Gefühl bereiten; und wo wir die UnVollkommenheiten