Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1857)
- Date
- 1857-10-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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SV. Rundschau. -i .! ' I Frankfurt a- M, im September. — Der Gottesdienst an den jüngsten höchsten Festtagen war in allen hiesigen Synagogen überaus zahlreich besucht, namentlich war in unserer Interims-Synagoge, welche, wie bekannt, in den früheren „Andachtsaal" verlegt worden ist, der Andrang der Hören. 5en und Betenden an Neujahr- und Versöhnungstag so stark, wie nie früher, und läßt uns dieses mit freudiger Hoffnung auf unsere neue Synagoge hinschauen. Neben greisen Häuptern und rüstigen Männern sahen wir auch die Jugend zahlreich vertreten, welche überall als Trägerin des in Israel zu erneuernden Religionslebens besonders freudig zu begrüßen ist. — Der Herausgeber d. Bl. hat wieder für die heiligen Tage einen Cyclus von Predigten, und zwar über das „Werk der Buße," welches in Gesinnung, Wort und That bestehen soll, um unsere G ed an keussni, den, Wortsünden und Thatsünden durch Neue, Bekenntniß und Besserung zu sühnen, eröffnet, indem er den innigen Zusammenhang dieser drei Bestandtheile der Buße mit den drei Festen des risekn-MoMS — 5om kssZieearoit als Tag der Gesinnungsläuterung, ^som kakkipxunm als Zeit des Bekenntnisses und SnvLvtb als Fest der tatsächlichen Besserung — nachwies. — Wir haben immer gesunden, daß diese zusammenhängenden Vortrage von großer Wirksamkeit seien, indem sie den Zuhörer m Spannung erhalten unv ein geistiges Band um die hohen Feiertage schlülgen. weßhalb wir diese Weift allen Predigern in Israel sehr anempfehlen können. — Sänmuliche Predigten brachten einen sehr tiefen, wie wir hoffen zu Gott, nachhaltigen Eindruck hervor. — AuS einer Gemeinde WestPhalenS, in welcher mau — es kommn tm jetzigen Israel gar schöne Sachelchen vor> — dorrihil? äletu, die Freitags-Abendstier abgestellt hatte, hat sich der betreffende Vorsteher, der jene Feier wieder installirte, cm den Heransgeber d. Bl> gewendet und um eine gutachtliche Aeußerung gebeten. Wir schrieben ihm Folgendes: „Die uralte Einrichtung, unsere Sabbath- und Festtage mit den Vorabenden zu beginnen, verdient namentlich in unserer Zeit die aufmerksamste Berücksichtigung, und kann eS gewiß nur von der größten Verkehrtheit Zeugmß geben, dieselbe bekritteln oder gar abstellen zu wollen. Es ist gar keinem Zweifel unterworfen, daß dieser Gebrauch bis zum Ursprünge der Gott gedeitigtei! Tag» hinaufreicht und mit der ganzen biblischen Anschauung und der schönen Oekonomie unserer Nuhe- und Festeszeiten auf's Innigste zusammenhängt. Auf die Verstttlichung des jüdischen Familienlebens hat diese treffliche Ginrichtung, durch die Weihe, welche dem Borabende inne zu wohnen pflegt, den segensreichsten Einfluß ausgeübt, und ist unser Volk, durch die Honsequen;, daß die Sabbathe mit dem hereinbrechenden zweiten Abende schließen und der Werkwoche Platz machen, vor vielen sittlichen Gebrechen bewahrt worden, welche, wie uns das Beispiel bei anderen Religions-Gemeinschaften lehrt, sich sehr oft mit dem Feiern des allwöchentlichen'Ruhetages bis tief in den Nachabend hinein, verbunden zeigen." „In unseren Tagen nun ganz besonders ist bei gar manchen Familien, wo leider der Hausvater am Sabbathtage dem Drange des Geschäftes sich hingibt, der Freitagabend noch der einzige Moment, wo die Familiengenossen, nach der schonen Weise unserer Vater, sich in weihevoller Gemächlichkeit versammeln, und auch diese letzte Wurzel des heiligen Tages ertödten wollen,