Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1857)
- Date
- 1857-10-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Jahrbuch für Israeliten. 305 und erwärmte, und wir könnten unö nicht enthalten am Rande des Buches: „trefflich, trefflich" zu schreiben. Kein Lehrer, namentlich der weiblichen Jugend, sollte versäumen, diese anregenden und belehrenden Aufsätze zu lesen. — Herr Werthetmer selbst gibt, unter dem Titel: „Ehrentafel der Humanität im Verhalten von Christen gegen Juden", und „Ehrentafel österreichischer Huden" sehr anziehende Nachrichten in Betreff deren Reichhaltigkeit wir auf daö Buch selbst verweisen müssen. Als besonders interessantes Factum wollen wir nur anführen, daß einem jüdischen Bildhauer, Guttmaun aus Ungarn, die seltne Gnade widerfuhr, vierzehn Tage im Audienzsaale des Pabstes Pius IX. an der Büste desselben zu arbeiten. Die betr. Einzelnheiten sind in hohem Grade lesenswerth. — Aehnliche Arbeiten liefern die Herren Herzberg-Frä nkel und Daviv Schwarzfeld, welche nns merkwürdige Einblicke in die jäd. Kulturzustände von Galizien und der Bukowina gestatten — ebenso ist eine gut geschriebene, lMr-historische Schilderung über holländische Zustände unter dem Titel: „Amsterdam von der westöstlichen Seite" von Mar Grünbanm, schätzenswerth — Herr Lehrer Emanuel Hecht gibt: „Fromme Wünsche," die manches Gute enthalten; doch können wir uns für die Bestattung der Todten ohne Sarg eben so wenig aussprechen, als für jüdische Gesangvereine und jüdische Volkslieder. Es ist sonderbar, auf welche barocke Zdeen man oft aus purem guten Eifer verfällt. — Auch Herr Wertheimer gibt sehr löbliche „ An r e gun ge n." an deren Schluß sich folgende Stelle befindet: „Wir erachten es deßhalb angemessen, daß eine kurzgefaßte Widerlegung der gewöhnlichsten, dem Hasse und der Verfolgung zum Deckmantel dienenden Angriffe (gegen Juden und Judenthum) in Gesprächsform abgefaßt werde und wir finden uns dadurch veranlaßt eine Preisaus - schreibung von 25 Dukaten in Gold als Honorar der besten diesfälligen Widerlegung zur Einverleibung in das nächste Zahrbuch auszuschreiben; wir setzet, dabei zur Bedingung, daß der Umfang zwei unserer Druckbogen nicht überschreite und die Einsendung bis Ende Februar erfolgt sei." — „Jüdische Kinderspiele von Or. G. Wolf, enthalten viel Kindliches, doch auch manche Spielerei. Wir müssen uns entschließen, mit manchem Gerumpel aus der alten Zeit zu brechen. Interessant ist ein Aktenstück von demselben geschätzten Verfasser „Wienerisch Judenschaft". Dergleichen Mittheilungen bewirken, daß wir uus der neuen Zeit wahrhaft freuen, wenn man gleich nicht mehr mit dem «Trenderl" spielt. In diese Rubrik willkommener Mittheilungen sind auch die historischen, Miscellen von vr. Bärwald zu rechnen. -- Sehr 24*