Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1857)
- Date
- 1857-10-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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SS. N e ee nsi on en 1. Jahrbuch für Israeliten, sei8 (1857 - 1858) herausgegeb-l! von Joses Wertheimer. Neue Folge 4. Jahrgang. Wien IN5I bei Leopold Sommer kl. 8". S. 399^ Dieses Buch erfreut sich von Jahr zu Jahr in immer höhcrem Grade der Theilnahme. sowohl von Seiten der Mitarbeiter als der Lesewelt. Mehr und mehr erfüllt dasselbe die Aufgabe eines Buches für das Volk; denn die Tendenz ist praktisch, du Sprache faßlich und warm, der Inhalt mannigfaltig, die Farbe unparteiisch, und das heilige Band, wovon das ganze umschlungen und durchdrungen erscheint? ist die innige Liebe zur Religion unserer Väter Die Beiträge sind durchweg schätzbar zu nennen. Den Reigen eröffnet eine schöne Monographie: „Der Prophet Jeremia eine biographische Skizze von vi-. H. Graetz." Der Gedanke, die erhabenen Gestalten der heil. Schrift in den engeren Rahmen der Biographie zu fassen und sie auf diese Weise dem Volke und der Jugend zu lebendiger Anschauung vorzuführen, ist als ein sehr glücklicher zu begrüßen. Nur muß in solchen volksthümlichen Arbeiten auf Klarheit und Reinheit des Styles ganz besonders gesehen werden. Dieses haben wir in der vorliegenden Arbeit zu unserem Bedauern vermißt. S. 13 heißt es: «Sein Jünger Varuch hing mit ganzer Hingebung an ihm (Jeremias) und nahm an den Verfolgungen gegen ihn willigen Antheil." Hier kann der Leser meinen, er half seinen Meister verfolgen. S. 19 lesen wir: „sein Leben hing, so zu sagen, an einem dünnen Faden " Diese Ausdrucksweise ist nicht edel. S. 35. u. S. 28 ist in den Sätzen: „Täglich ermahnte er", und: „als er aber diesen ermahnte". Jeremias als Subjekt verstanden, ohne daß er im vorhergehenden Satz als solches erscheint. Aehniiche Härten im Style finden sich auch sonst, die wir an anderen Arbeiten von Grätz nicht gewohnt sind. — Herr vr. Albert Kohn gibt eine Schilderung von der in der jüd. Gemeinde zu Paris herrschenden Wohlthätigkeit; wir haben diesem Aufsatz wegen der sehr interessanten Data die er enthält, diesem Hefte einverleibt. — Höchst anziehend sind die: „Musterungen zur Charakteristik der Erzieherwelt von Simon Szantv". Wir haben hier ein Stück Wiener Humors gefunden, der uns in Wahrheit ergötzte