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Der israelitische Volkslehrer · 1857-10-01 · Heft 10 (Oktober 1857) · page 12

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 10 (Oktober 1857)
Date
1857-10-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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IRI
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298 Die jüdische Gemeinde in Paris. bleibe, als noch lange diese Wohlthaten genießen zu können. Der Ton. der im Allgemeinen herrscht, ist ein freundlicher, würdig dessen, der das Haus erbauen ließ, und es der Gemeinde zum Geschenke machte. Baron James Rothschild hat bei einer halben Million Franken für Bau und theilweise Einrichtung dieser Anstalt verwendet, welche, obgleich sie kaum 5 Jahre besteht, doch schon in Renten bei 20,000 Franken besitzt. Der selige Varon Salomon Rothschild hat eine Summe von 200,000 Franken für den Bau eines Waisenhauses bestimmt, das jetzt vollendet, mit Knaben-, Mädschenschule und Kinderbewahranstalt versehen, und im Monat Juli eingeweiht werden soll. ES ist dabei auf 80 Waisen, 40 Knaben und 40 Mädchen vorbedacht, die zu würdigen Mitgliedern der Gesellschaft herangebildet werden sotten. Für einen Betsaal ist ebenfalls gesorgt. Alle diese Institute, sowie die Synagogen, deren es mehrere unter eigenen Verwaltungen gibt, und die jetzt bedeutend vermehrt werden müssen, verdanken ihr Bestehen der edlen Stimmung, die in der hiesigen Gemeinde herrscht. Ein tiefes Ehrgefühl, dem der Name Jude heilig ist, lebt in jeder Brust) Reich oder Arm, Beobachter der religiösen Forme», sowie jener, derselbe zu halten nicht immer die Möglichkeit hat, begegnen sich in diesem Gefühle, und es ist erhebend zu sehen, wie bei jeder Gelegenheit, die sich darbietet, Einklang und Uebereinstimmung auf diesem Gebiete herrscht. Und all' dieses ist erst im Werden, hat kaum einige Jahre Bestand, muß die Generationen erst heranziehen und beleben, der Boden aber ist ein guter und heilbringender. So ist die Freiheit ein nicht minder segenbereitender Quell für die Belebung des religiösen Gefühles, als man früher die Unterdrückung und bürgerliche Beschränkung für das kräftigste Mittel des religiösen Fortbestandes ansah. Mögen also unsere Glaubensgenossen in allen Ländern getrost der Freiheit entgegensehen; sie wird nicht das Band lösen, das die Juden aller Zungen und Länder mit einander verbindet. Gottes Geist ist der Name desselben, und der ist ewig."

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