Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1857)
- Date
- 1857-10-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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296 Die jüdische Gemeinde in Paris. zehnten Jahr?, sobald die Kinder die Confirmation im Bethause gemacht hellen, treten die einen in den Handwerksverein, der für Knaben von jungen Leuten, für die Mädchen von den angesehensten Damen überwacht wird. Die Confirmatio n ist eine Einrichtung, die hier allgemein geworden, jedes Jahr am Donnerstag nach dem Wochenfeste stattfindet, und jedesmal 200 Kinder der verschiedenen Stände vereinigt, bei welcher Gelegenheit die unvermöglichcn Kinder passend getteidet werden. Im Handelsverein*) lernen während einer Anzahl von Zahren, nach der Schwierigkeit des Handwerks, immer wenigstens hundert Kinder zu gleicher Zeit; die Knaben besuchen die Abendschule, wo sie von tüchtigen Lehrern einen passenden Unterricht in Literatur, Rechnen, Zeichnen, Meligion, und einen Ueberblick in das thätige Leben erhalten. Der Sabbath ist der von allen Meistern anerkannte Ruhetag, die Mädchen erhalten am Sabbath und Sonntag Religionsunterricht; mit dem zwanzigsten Jahre werden alljährlich zwei oder drei Mädchen mit einer Mitgift von 150Y Franken und einem Hochzeitsgeschenke von 100 Franken an einen Handwerker verheirathet, sowie gleichfalls eine Anzahl von jungen Handwerkern mit den nöthigen Mitteln zur Einrichtung und Ausübung ihres Standes versehen werden. Fähige Knaben kommen in die Thalmud-Thora, wo sie unter anerkannten Lehrern nebst der classischen Bildung eine höhere Ausbildung in der hebräischen und theologischen Literatur erhalten, um dann entweder im Seminar sich zum Rabbinate, oder zum Lehrerfachc auszubilden. Die Thalmud-Thora öffnet außerdem zweimal wöchentlich ihren Hörsal für Vorlesungen über Geschichte des Iudenthnms und über biblische und rabbiniscbe Literatur für erwachsene Hörer. Die Gesellschaft für die Verbreitung guter Schriften beschäftigt sich damit, Werke, für die sonst kein Verleger sich fände, unter ihrer Aufsicht abfassen und verbreiten zu lassen. Eine Bibel für die Familie, ein hebräisch-französisches Wörterbuch, eine hebräische Grammatik, einen populäre« Katechismus, eine jüdische Geschichte, sowie eine Abhandlung über die Moralprineipien des Judenthums, hat selbe Soll woht h elßen: H andw >? r k S v er e i n. — R e d.