Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1857)
- Date
- 1857-10-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3129675-3129778-3129789--2181-3133153- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die jüdische gemeinde in Paris. 295 Behausung besuchen läßt, eine andere hat die Gottesäcker und Alles was zur Beerdigung gehört unter ihrer Aufsicht, eine dritte befaßt sich mit dem Hospitale, dasselbe im Vereine mit dein Conststorium und den von der Familie Rothschild ernannten Mitglieder zu verwalten hat. eine vierte hat die Schulen, Handwerksinstitute zum besonderen Gegenstande ihrer Berathung. und eine Abtheilung hat das Rechnungs- und Finanzwesen. M ist unglaublich, wie Vielseitiges hier geleistet wird, ohne daß man auch nur das mindeste Recht hätte. Anforderungen an die verschiedenen hier lebenden Juden zu stellen. Jeder Hilfsbedürftige ist sicher, eine Milderung oder wenigstens eine Linderung seiner Lage zu finden. Beginnen wir mit der Jugend, deren Pflege eine Hauptsorge der Gemeinde ist. Jedes Kind, ohne Ausnahme, wird, sobald es 3 Jahre alt ist, in der Kinderbewahranstalt angenommen; es gibt deren zwei, die zusammen über 400 Kinder zählen; jede von ihnen hat eine Ober- und Unterlehrerin und eine Magd zur Besorgung der Reinlichkeit und Ordnung, und steht zugleich unter der Beaufsichtigung eines Damenausschusses. Die Kinder werden durch eine Rothschild'sche Stiftung gekleidet, im Winter außerdem auf Kosten der Gemeinde genährt, und dadurch die Eltern bedeutend unterstützt. Sobald das Kind sechs Jahr alt wird, geht der Knabe in-die Knabenschule, das Mädchen in die für dies Geschlecht bestimmten Anstalten; denn die fortwährende Vermehrung der armen Bevölkerung hat die Gemeinde veranlaßt, zu der von der Stadt eröffneten Anstalt noch eine hinzuzufügen, die es jedem bedürftigen Manne ermöglicht, seine Kinder unentgeldlich erziehen, kleiden, im Winter nähren, und auf jegliche Weise unterstützen zu lassen. Die Anzahl dieser Kinderbeträgt 300, so daß mehr als 1200 Kinder der hilfsbedürftigen Familien sich in diesen Anstalten befinden, die zu den besten der Stadt gehören. Die Knaben erhalten vollständigen Religlonsunterricht, mit Inbegriff des Uebersetzens der Bibel, wie auch den im Französischen, Rechnen, Zeichnen, Geographie, Geschichte, Sprache, Gesang und Gymnastik; die Mädchen werden außer dem Religionsunterrichte, in weiblichen Arbeiten, französischer Sprache, Geographie. Geschichte, Rechnen, Zeichnen und Gesang unterrichtet. Mit dem drei-