Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 9 (September 1857)
- Date
- 1857-09-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Versöhnung der Gegensätze. (Vers.-Tag-Schlußabend.) 75 bis Abend sollt ihr feiern eueren Feiertag", die Erklärung hinzufügen: l^tt) l^p N^Q ^2^N 'l'l^l ^'l^N Wer am 9. Tage Speise nimmt, dem rechnet die Schrift es an. als habe er den 9. und 10. in Kasteiung verlebt. Denn sowie der Versöhnungstag der heiligsteTag ist des ganzen Jahres, so ist das Mahl am Vorabende desselben daS heiligste Mal des ganzen Jahres, well es nicht sich selbst Zweck ist, sondern Mittel zu einem höheren, heiligern Zwecke. — ' Also versöhnet der V ersö h n nn g s ta g das Gestern mit dem Heute, zeigend beide in ihrer verklärten Einheit.— 2. Und, m. Freund, es gibt in deinem Leben auch ein Gestern von ehedem, das du Vergangenheit, und ein Heute von größerer Ausdehnung, das du Gegenwart nennest; auch sie versöhne dieser göttliche Tag. Denn dein ganzes Leben ging heute zur Musterung an deinem Geiste vorüber. Du sähest dich als ein Kind in deinem Etternhause; IN)) ^1, da war es noch Abend, unklar, dunkel in deinem Geiste, aber es war der heilige Vorabend deines Lebens, die schöne Zeit, welche du, wie einen licbebeseeligten Festvorabend, zubrachtest unter deinen Geschwistern, die mit dir sangen und sprangen, bei deinen Eltern, deren Auge am Abend über dich wachte. Dann wurdest du Jüngling, Jungfrau, 1s?2 'N^, da ward es Morgen. Tausend Gedanken stiegen mit dem Erwachen deiner Vernunft in dir auf, wiegten sich wie heitere Sänger in der Morgenluft. — Aber da fragt der innere Mahner heute: waren Abend und Morgen bei dir auch Ein Tag? erhieltst du dir die Unschuld deiner Kindheit als Jüngling, als Jungfrau? als du vom Baume der Erkenutulß genossen, behieltest du dein goldenes Paradies? oder bildete das Nichtwissen deiner Kindheit und das Wissen deiner Zugend einen so schmerzlichen Gegensatz, daß dein inneres Glück dabei zu Grunde ging? — O heil dir, wenn du diese Frage zu deiner Beruhigung beantworten kannst! Doch kannst du es nicht, dann eile, deinen gestörten Herzensfrieden wieder herzustellen! Das Gestern und dasHeute sollst du versöhnen, daß der Ruac-u Llokim, der in der Kindheit über dir waltete, dich wieder überschatte, daß das »^odi 0r!«, welches Eltern und Seh« m in dich hinein gerufen, wieder dein heiliges Seelenwesen ordne, damit dein Leben, damit deine Kindheit und dein reiferes Alter bilden: INN VI' Einen Tag. —