Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 9 (September 1857)
- Date
- 1857-09-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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7l> Di»' Ivtidende Schöpfnilg. Dieser hier? und wie wagt er's, unangemeldet hier einzutreten? Doch der gütige Herr sprach: „ist er nicht auch mein Sohn? und sollte das Kind nicht unangemeldet zum Vater kommen?" — Und der König stand auf und ging dem schüchternen Armen entgegen und faßt,: ihn bei der Hand und setzte ihn neben sich obenan auf den Ehrenplatz, so daß die Herren erstaunt fragten: „wer ist der Mann, daß der König ihn erhöhet?" Der König aber, statt darauf zu achten, fragte den Mann: „nun fordere, waS soll ich dir geben?" Da öffnete der Mann seinen Mund mit Weisheit und sprach: „mein Herr, nun ich dich gesehen in deiner Herrlichkeit «ud genossen habe die Fülle deiner Huld und Gnade, waö könnie ich jetzt noch verlangen, das nicht unter Dem stünde, was ich bereit erhalten?" Da blickte der König seine Diener mumphirend an und sprach: „seher ihr, wie in den nieder« Hütten meines großen Reiches wackere Leute wohnen? und welch ein braves Herz oft unter dem Kittel schlägt? Und nun fthet ihr, fügte er hinzu, warum ich ihn vorziehe! Wenn Cr, fern von mir, im Kampfe seines Niedern Daseins die Anhänglichkeit für mich und die bessere Gesinnung nicht verlernt hat, so gebübn ihm ein höherer Platz denn euch, die ihr sters in meiner Stäbe euch sonnet." Und zu dem Manne gewendet sprach n: „willst du nichr beständig bei uns bleiben?" Doch dieser erwiederie: Herr, ich habe mich zu einer Arbeit vermietbet, die noch Jahre erfordert, und die muß erst vollbracht sein. Und der König fragte weiter: „hast du auch Weib und Kiud?" Ja, lautete 5ie Antwort, sie stehen vor der Thüre. Und der freundliche Herr offnere die Thüre und führte die ganze Familie herein, und Alle wurden gelabt mit seltener Kost, und als sie weggingen, schenkte ihnen Jeder von den erhabenen Dienern des Königs ein köstliches Andenken; der König selbst aber sprach: „meine Kinder, vergesset den Tag nicht! Jedes Jahr an ihm seid meine Gäste, und wenn die in Vertrag genommene Arbeit vollbracht ist, dann kommet, um gan; bei mir zu wohnen. Lebet wohl und behaltet mich lieb!" Nicht wahr, m. Fr.! Das war ein seltener Herr? Und Den ich meine, der lebr auch nicht auf Erden, es ist der Herr der Herren der Mheilige, gelobt sei er, ein Vater für sein unermeßliches Reich. Und die ihn umgeben, das sind die höheren geistigen Wesen: nennet sie Engel oder erhabene Diener Gottes, soviel ist gewiß, daß mit dem Menschen das Reich des Geistes nicht erschöpftest. Der Mann aber — daö ist der Mensch, der Jsraelire, den heute die Sehnsucht treibt, seinen Herrn zu sehen und er erscheint vor Gott NNSQ ^2 „wie der Bettler,