Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 9 (September 1857)
- Date
- 1857-09-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Vorzug des Licl'tes vor dn Finsternkß. (Vers.-Tag.Morg) 69 und dir nicht gewünscht Reichthum, und nicht gewünscht daS Leben deiner Feinde, sondern dir gewünscht Einsicht, um zu verstehen was recht sei: siehe, so habe ich gethan, wie du gesprochen! Ich habe dir gegeben ein gutes und verständiges Herz, so daß deinesgleichen nicht gewesen vor dir. und nach dir nicht kommen soll deinesgleichen. Allein auch was du nicht gewünscht, schenke ich dir, so daß keiner unter den Königen dir gleichen soll, so lange du lebest! Und wandelst du in meinen Wegen, zu beobachten meine Satzungen und Gebote, gleichwie gewandelt dein Vater David, so werde ich auch verlängern dein Leben." Da schrieb Salomo in seinen Sprüchen das schöne Won: „Heil dem Manne, der Weisheit gefunden, Heil dem Menschen, der Verminst erlangtI — Langes Leben ist in ihrer Rechten, Neichthum und Ehre in ihrer Linken." (Spr. 3. 13. 17.) Und auch uns erscheint heute der Herr, und prüfend fragt er: „Wünsche, was soll ich dir geben?" O verlange nicht in Einem Achemzuge zehn Mal Q'v' ^15^1 "11221 Neichthum und Ehre und langes Leben, sondern gleich Salomo bitte Gvtt um die rechte Lebensweisheit, nm Licht, ^2 1'27^ „zu unterscheiden zwischen gut und bös", und das Andere wird dann von selbst kommen; denn Mäßigkeit wird dein Leben verlängern, Zufriedenheit wird dich beglücken, wahre Achtung wird dich auszeichnen. Ich war bemüht, wie am Neujahrsmge ein größeres Weltgemälde, so heute ein einfaches Lebenögemä'lde Mzusühren. Ich habe sie euch gezeigt die Fehler, woran die jetzigen Menschen kränkeln. Denn durch Genußsucht verbittern sie sich die süße Freude am Leben; durch Geld sucht vernichten sie so oft ihr inneres Glück; durch Ehrsucht verscherzen sie dle ächte Würde. O merket euch diese drei Fehler! sie sind die drei Erzfeinde unseres Geschlechtes; sie theilen sich in das ganze Sündenregister. Meidet sie! Fliehet sie! Und wie du heute lernen sollst ^?tt1w I^tt „was der Ewige, dein Gott, von dir verlanget", also möge auch das, was du von Gott begehren sollst, an diesem Tage klar werden deiner in Gottes Nähe weilenden Seele. — Sehet! es war einmal ein König, ganz einzig in seiner Art. so gut, so liebevoll, kein Fehler haftete an ihm. Und Eines Tages, als er zu Tafel saß, seine hohen, glänzenden Diener rtngS um ihn her, da öffnet sich die Pforte, und ein armer Mann trat ein, im unscheinbaren Gewände, und schüchtern an der Thüre blieb er stehen. Und die Diener deS Königs sprachen, was will 8*