Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 9 (September 1857)
- Date
- 1857-09-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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60 Die werdende Schöpfung. Sowie Gott das Licht erkannte, wie gut es sei, so sollet ihr heute daö Gllte erkennen, wie licht es sei. Wir wollen sie emmal durchgehen und mustern die verschiedenen Güter^ nach denen die Menschen Verlangen tragen und überall wird es uns mit Gott klar werden, wie sie nur dann begehrens- und besitzenswmh erscheinen, wann sie mit reiner Gesinnung erstrebt, in unbefleckter Hand besessen, mit heilig frommen Streben genützt werden. — 1. Was ist nun das Erste, wornach die Menschen Verlangen tragen? nun, was ist es?—Es kommt in unseren Gebeten fast bis zum Uebennaß vor, und ihr solltet's nicht wissen? — Es heißt — Leben! — ^Iig-jim! wornach ihr heute so oft verlanget! — Immer haben die Menschen das Leben erkannt,als das Licht und den Tod als die Finsterniß. Und der fromme Sänger (Ps. 56, 14.) freuet sich O"NN V'N^tt ^NNT^ „zu wandeln vor Gott im Lande der Lebenden." während es von dem Gottlosen heißt: »die Frevler werde»! in Finsterniß verstummen." (I. Sam. 2, 9.) Und da habt ihr'6 schon, wohin ich ziele! Daö Leben hat nur dann einen Werth, kann nur dann als Lichr erkannt werden, wenn es in der Tugend, in ächter Fröm« migkeit seine Verklärung findet. Und dadurch verlängerst du deine Tage; '7! NtN> „Gottesfurcht verlängert das Leben, die Jahre der Frevler werden abgekürzt." — Strebst du nur „gut zu leben/' dir bloö leiblich wohl zu thun, dann verlierst du daö Gute und das Leben, und wehe thuest du dir auf immerdar. Strebst du aber, dein Leben dem Guten zu weihen, dann ist der Kern des Lebens dein, und auch die schirmende Schaale bleibt dir lange gesichert, wie eo heißt: s)'°Nt „Der Gerechte, wie die Palme blüht er! -—Noch im hohen Alter wird er grünen!" — An dieses Ziel des Lebens denket — ihr, die ihr noch am Anfange des Lebens stehet, ihr Jünglinge, die wir leidet das ganze Jahr so selten hier sehen, und die doch auf ihrem, von Gefahren bedrohten Wege eines heilig ermahnenden Wortes so oft bedürften. Heute höret ihr mich, heute ruf' ich euch zu: O erkennet den Vorzug des Lichtes vor der Finsterniß, der Klugheit vor der Thorheit, der Tugend vor dem Laster' Denket an das Ziel des Lebens, damit ihr im Alter noch Jung-