Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 9 (September 1857)
- Date
- 1857-09-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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284 Rundschau. den nur einmaligen Vortrag der „Tefilla" (des f. g. K<?dman^ ssrsj, in der Weise wie in der lnesiaeu Synagoge, das Aufrufen zur Tora nach 5er Reihenfolge, nicht mit Namen, das Absingen eines sehr schönen deutschen LiedeS beim Ausheben und Vorzeigen der Tora sHagbaha von Haarbleiche:, aus dem „Juden" von Riemer,, endlich die Abschaffung von mehreren Gebetstttcken gegen das Ende des Gottesdienstes. Die lange Dauer der Tora- Vorlesung macht sich auch hier bereits als sehr störend fühlbar, und steht die Kinfülnung deS dreijährigen CveluS in sicherer Aussicht. Dag der Norstand die erbärmlichen M sc'dedd?rüo!i's noch nicht abgestellt, hat uns sehr Wunder genommen. — Die Predigt des Herausgebers ist vou allen Anwesenden, worunter sich viele Christen und mehrere der angesehensten Regierungspersoneu befanden, mit sichtlicher Teilnahme augehört worden- Dieselbe sprach sich offen und unumwunden über die Mängel unseres Gottesdienstes und scher die Notwendigkeit einer entschiedenen Reform ans, indem sie „die Bedeutung der Musik in der Synagoge der Gegenwart" zum Thema hatte — Am Abende versammelte, zur freudigen Beschließung der Feier, ein ftflliches Mahl den eingeladenen Gast, die Vorsteher und zahlreiche Mitglieder der Gemeinde; die hoiterite Stimmung herrschte und wurde durch zahlreiche Toaste ernsten und munteren Inhaltes gehoben und verschönert. Insbesondere hat uns rie Relation des Herrn Trier s(m. über die wackeren und trefflichen Rabbiner Tarmstadts anS der Vorzeit sehr inUressin. Einer der Herren Vorsteher laS aus einem Briefe deö ihm verschwägerten, trefflichen Moolaleu vr< Levluger aus Karlsruhe einen, in begeisterten Ausdrucken geschricdeueu Festgrnß vor, worin auf die Bedeutung der Musik in dem AoueSdieuste des gelautetten, messianischen Judenthums in den wärmsten, ^on inniger Anhanglichkcii an die N/ligion der Vater it'Ugenden Werten lnnaewiesell wird. Diese Worte fanden allgemeinen Anklang. Möchten überalt m Israel, wie dieses in früherer Zeit gewöhnlich der Fall war, die nichttheologischen (>!el^hrteii nnc solcher Warme an dem angestammten Glauben hangen, dann würte es bald besser unter uns aussehen.— Der Herausgeber v. Äl. hat bei ciesem schönen Feste viel Liebe und Anerkennung geärnvtet. von welcher er nur wünscht, daß sie von seiner Person auf die von ihm vertretene Sache übertragen unv derselben für die Dauer erhalten werden möchte. — Der Eifer der gesinnungstreuen Geme iuoevorster und der gute Sinn der G eme j u dem i tg l i ed er zu Darmstadt läßt uns die besten Hofsnnugeu hegen, in der Voraussetzung, vaS der dritte, wichtigste Factor, ein g ksiunnng stuchlig er, zn v er! ä ssi g er N a b b i n er, zur Verwirklichung jener Hoffnungen, als entsprechendes Organ berufen werde und sich berufen fühle. Aus Württemberg. itZonesp.) Die K. O b erk irchenbeh ö cdc hat üblichst Vie Stollgebühren der Rabbiner und Lehrer neu regulut, re5p. 5.'rl,öht. — Der Austritt israelitischer Lehrer aus dem Schulstande häuft sich immer mehr und mebr und bald wirv es den Gemeinden schwer werden, tüchtige Subjekte als Lehrer zu finden. — Der Rechenschaftsbericht der K. iSr. C eniralkirch enbebörd e ist im K. Regieruugsblatte erschienen. Der Fonds ist jetzt auf fl. angewachsen und ist in'stetem Wachstkunn begriffen. Dem Verwalter dieses Fonds, Herrn Oberkirchen-Vorsteher Hollah in Stuttgart,, gebnhrt das Verdienst, dieses Kircheugut der Israeliten GiMtembergs durch vorsichtige Verwaltung zu einem ' nutzbringenden Ca^ktale für Synagoge und Schule zu regeln, um gleich den übrigen Kirchen Württembergs später aus eignen Mitteln Synagogen- und Schulzwecke reichlich unterstützen zu können. Die Gründung dieser Casse aber wurde nur durch die Gnade unsreevielgeliebten Königs ermöglicht, der schon vor r>rei Decennieu auf eine bedeutende StaatSrevenue, die Persoualstener, zu Gunsten