Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 8 (August 1857)
- Date
- 1857-08-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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88 Die werdende Schöpfung. Kummer und Schmerzen, empor über Kampf und Noch, empor über Tod und Vergänglichkeit. Dieses mein geistiges Auge, das nach Oben schaut, das kann im Tode nicht erblinden! Diese Seele, die Gott erkennt, sie kann nicht untergehen! Dieses mein inneres Paradies, worin Blumen des ewigen Lichtes sprießen, das kann nicht versinken in den Abgrund der ewigen Nacht. Der den Himmel schuf, schuf meinen Geist, ein himmlisches Gebilde, das die Erde bezwingt, von ihr nicht bezwungen wird. Nun weih ich. woher ich kam— aus Gott! —Nun weiß ich, wohin ich gehe — zu Gott! — Nun weiß ich, wer mir einst antwortet auf meine Fragen —Gott in der Höhe!—Tod, ich fürchte dich nicht! — Vergänglichkeit, ich kenne dich nicht! — Mein Uranfang und mein neues Werden ist in Gott — Ihn werde ich loben in Ewigkeit! — V. Und loben will ich ihn schon durch ein, die Welt verschönerndes Dasein, hieniedenZ—Denn auch die Erde ist durch Gott geheiligt, daS ist der fünfte jener erhebenden Gedanken, die uns wie ein Geleite von Engeln führen aus dem alten in die werdende Schöpfung des neuen Jahres. — s^KN Nttl „Und die Erde." — Mit diesem Worte kommen wir von dem Ausflüge unseres Geistes wieder auf unserem lieben Wandelsterne an, mit dem wir alljährlich die Reise machen um die schöne Sonne. Auch die Erde schuf Gott, auch sie ist ein Stern in der strahlenden Weltenkrone des Schöpfers. Sollte sie gerade von Gott verworfen sein? sollte sie gerade sein das Jammerthal im leuchtenden All? —Thoren sagen'S — Aberglaubige sprechen's nach — wir — wir glauben's nicht.— Auch die Erde ist zur Freude geschaffen. Wohl gibt es noch viel Elend und nicht nothwendigen Jammer auf ihr, worüber wir trauern auch beim Rückblick auf das vergangene Jahr; aber „so wahr ich gut bin," spricht Gott, „es muß besser werden auf der Erde'" „Zch stifte ein Neues — bald soll es hervorsprießcn! " — Und ich und du, mein Zuhörer, wir wollen nach unseren schwachen Kräften das Unsere beitragen, daß es besser werde, daß die werdende Schöpfung der veredelten Menschheit bald morgenklar hervortrete aus der Nacht der Zeiten! —Mit diesem heiligen Vorsatze lasset unS eintreten in die Heilige Zeit deS sich erneuernden Jahres. Wir wollen die Erde zu schmücken suchen, so lange wir