Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 8 (August 1857)
- Date
- 1857-08-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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„Zm Anfange erschuf Gott" -c. (NeujayrSabend). 37 „Gott." — Mit diesem Worte wird es auf einmal saut und lebendig um uns her. Alles bekommt Sprache. -M'' NZV^''IN'OM^2 „Es loben Dich, 0 Herr, alle deine Werke, doch deine Frommen benedeien Dich." Die ganze Schöpfung lobt Gott; aber das fromme Menschenherz spricht höhere Benedeiung aus. — Denn der Mensch ist der Priester der großen Gottesgemeinde, die aus den übrigen Naturwerkn besteht. In ihrem Namen bringt er Anbetung dem Herrn. Er betet vor, und Alle sprechen nach: groß ist der Herr und hochgelobt'. In dieser Bevorzugung, Gott zu erkennen, liegt für unö großer, erhebendster Trost. Der Anschluß an das große Naturganze, das Gefühl deö Eingefügtseins als Glied in die unendliche Kette der Ursachen und Wirkungen, die Notwendigkeit unserer Vergänglichkeit, damit die Welt sich stets erneuere: das Alles kann uns wahren Trost noch nicht gewähren, so lange die Natur ohne wissenden Führer und Meister uns gegem'ibertritt. Denn die Vernunft erhebt uns über sie, und doch sind wir ihrer Gewalt unterworfen. Aber mit dem Worte »Lwlüm" wird Alles anders! Zu wissen, Gott versorgt uns beide, mich und meine wirthschaftliche Mutter, die Natur; an der Brust dieser Mutter ruhend, zu wissen, der Vater wacht über uns beide; beim Gefühl der Nothwendigkeit meines Scheidens zu wissen, Gott gibt mir das Geleit, und in den Tod hinein blickt er mir liebend nach, wie ein Vater dem scheidenden Sohne segnend nachschauet: das tröstet, das erhebt! Daß die erhabene Weltordnung, in die wir eingefügt sind, Gottes ist, das läßt in Noth und Tod nimmer verzweifeln! IV. Ja, meine Zuhörer, haben wir einmal Gott, dann tröstet uns bei dem Gedanken der vielen Näthfel, die uns rings umgeben und das Gefühl unserer Vergänglichkeit bitterer machen, der sichere Gedanke, der höchste Geist werde einst in einem höheren Dasein auch unserem Geiste ein seliges Einblicken in seine hciligen Pläne gewähren. Es gibt eiu höheres Reich, wo unser Geist neugeboren eine höhere Stufe der Schöpfung betritt, das ist der vierte erhebende Gedanke, mit dem wir in das ittue Zahr eintreten. V«N Ntt „Den Himmel." - Dieses Wort leihet unserem Keifte Flügel. Es trägt uns in die Höhe empor, empor über