Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 8 (August 1857)
- Date
- 1857-08-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Die werdende Schöpfung. „und stehe, es war sehr gut/' das schließt auch den Tod ül die große Weltordmmg ein; denn das ewige Werden bedingt ein ewiges Vergehen. Die Schöpfung altert nie; die Sterblstnnde des Jahres ist zugleich die Stunde seiner Wiedergeburt.— II. Dieses führet uns in der Scheidestunde des Jahres zu einem zweiten erhebenden Gedanken. — welchen wir aus der weisen Ordnung schöpfen, die uns rings umgibt, — nämlich: Das Weltall bleibt ewig jung. „erschuf." -H^t die schaffende Gewalt nur Einmal geschaffen?Fortwährend schafft sie, „und jeden Tag erneuen sie das Werk ver Sch^fung." Jetzt ist es bald Nacht, und Dunkel bedeckt die Erde; schnell wieder ist es Tag, und Licht umtMct die Welt. Jetzt ist es Herbst, und die Bäume fangen an sich zu entlauben; schnell wieder ist es Frühling, und -es gürten sich die Hügel mit neuer Herrlichkeit. Und also wechseln auch in unseren Schicksalen Tag und Nacht, Sommer und Winter, und ohne den Schmerz kennetcn wir nicht den Werth der Freude, und ohne Tod gäbe cS kein neues Leben. So ist in der Welt ein ewiges Kommen und Gehen; daö Leben ist ein schönes Schauspiel, und wenn wir s eine Zeit lang mit angesehen haben, dann kommt der Tod und entläßt uns zur Hinterpforte des Hauses, damit eine neue Reihe von Schauenden eintrete, sich des Anblicks zu erfreuen; wie es heißt: „ein Geschlecht geht, ein Geschlecht kommt, doch die Erde bleibt ewiglich." Was würde aus der Erde werden, wenn ihre Geschlechter nicht wechselten? ES müßte die Zeit schnell kommen, da sie der Geschöpfe genug hätte. Keine Ingcnd gab' es dann mehr. Die Alten würden immer älter werden, und als eine bald verwelkte Frucht hinge die Erde am Baume des Weltalls. — So fühlen wir Älle die Nothwendigkeit unserer Vergänglichkeit; da das Schassen nicht aufHort, kann auch das Wechseln und Wandeln nicht aufhören; und aus der großen und weisen Weltordnung um uns her schöpfen wir Trost und Erhebung. III. Ja, Erhebung! —Denn der dritte herzerhebende Gedanke ist dieser: Über alle Dinge waltet Gott.