Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1857)
- Date
- 1857-07-01
- Page
- – (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/3129675-3129778-3129786--2084-3133053- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Rundschau. 251 tmkn Prozeß einzuleiten, doch die Sache war trüber. Das Kind ist jetzt wa»uM5tbsett und der Vater will dasselbe im Glauben der Väter unterrichten lassen. Der Rabbiner jedoch weigert sich dieses zu thun, indem er Hss Kind nicht als ein jüdisches anerkennen will. Nun leitet der Vater den Pcoceg ein und, wie ich böte hcit die Stalthnlterei folgendermaßen eritschie- Nachdem das Kind nicht getauft, wohl aber in daö jüdische Ge- ^wbnch ciugeschliebcn sei, so ist das Kind als Jnde zu betrachten und die Mölvc hofft daß der für seinen Glauben eifrige Rabbiner gewiß das Kind Mternchten werde und macht ihm dieses zugleich zur Pflicht. Nur dem Kinde ftlbft nachdem es die «mu^ llis<it tjoruk t »4 Jahre) erreicht haben wird, fleht es s^jzumChristenthume überzugehen. Hier haben Sie einen (Bescheid), M dem bervorgeht, daß die Behörde sich nur darum kümmert, in welchem Murköregister das Kind vorkömmt. — (Wir bedauern eö recht sehr, daß M christliche Beamte, vom gesunden Menschenverstände geleitet, die jüdische Knschüunnsi besser traf, als der von seinem blindmachendeu Eifer verleitete Rabbiner. Wer gibt diesem das Recht, dem aus jüdischem Blute stammenden Knaben, ohne diesen selbst nur zu fragen, ohne nur seine Mündigkeit abzuwarten, vom Iudenthume auszuschließen? Wie kann eine llnterlassnttgs- Mde des Vaters an dem Kinde gestraft werden? Ja, selbst wenn der Knabe zur Selbstveranlwortlichkejt herangereift ist, und er erklärt, daß ihm die Ope- Mwn zu schmerzlich fiele, auch dann wäre er noch in jeder anderen Bezie» bWg üls Jude zu betra6)ten, und dürfte man, nach der ausdrücklichen Erklärung des Talmuds, voik dem Fleische genießen, welches durch ihn rituell geschlachtet worden (siehe Vdnlin, 4, 5. MimmnS. A. Ledi?(^itÄ 4, t4. und Zve^epk mis^li^ z. St. — Lvtk 3osspb ^are, <Zea 3.) Wie also darf der Rabbiner sich unterstehen, den betreffenden Knaben nicht als ein jüdisches Aud anzuerkennen? ihm den Religionsunterricht zu entziehen? ihm so M, vornherein die Möglichkeit zu benehmen, sich über seine Pflichten als Js- Mlne Einsicht zu verschaffen? — herrscht in der That unter uns eine Oerkehttheir der Begriffe, die an'6 Unerklärliche grän^t! — Man ^nuß fort-- Mmch ernstlichst auf diese Mißstände hinweisen. Vgl Jahrg. VI. d. Bl. U l27. Aum. N e d-) Ms Louisville (Kentucky, Ber. Saaten N. A.) — Der dortige Semtär, Herr vr. Felsen Held, schreibt uns: „Im Namen der von der hießzm Gemeinde ,,-V<Zatk ^israel" eriuinnten Lommittvö bin ich aufgefordert, Äe zu ersuchen, oie Anzeige in Betreff der Anstellung eines Rabbiners Mb Predigers in Ihre geschätzte Zeitschrift aufzunehmen, und uns nach Mfien zur Erlangung des rechten Mannes für unsere Stelle, durch Ihre gebreitete Bekanntschaft unter den jüdischen Theologen behuflich zu sein. W wird hier seinem ernsten Willen, segensreich für das religiöse Wohl seimr Glanbensbrüder zu wirken, kein Hinderuiß entgegen treten. Der größere Zheil der hiesigen Gemeinde, bestehend aus ungefähr I5Ü Mitgliedern, gehml her Ilefsrmpartel an. Die einzelnen Ausnahmen, können uicht in Bettacht genommen werden, sie müssen mit der Majorität gehen. Dennoch könkm wir hier nur einen gemäßigten Reformer brauchen; ein Nadicalxefor- Ne? könnte hier nichts ausführen. Auf Rednergabe wird besonders gefchw. (Der Herausg. d. Bl., welcher Herrn Vr. Felsenheld als einen kchr braven Mann und zuverlässige,? Charakter feit langer Zeit zu kennen dk Ehre hat, ist gerne bereit, alleufallsige Bewerbungen verehrlicher Kollegen um die bezeichnete Stelle zu vermitteln ) vCharleston (Südkarolina) im Februar*). — Sie haben verehrter Herr Redacteur, am Ende des Novemberheftes Ihrer geschätzten Zeitschrift, Vechätet.