Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1857)
- Date
- 1857-07-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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Recenstoiieu. Urkunde in deren eigenen Gewands mittheilt, um dem Vorwurfe willkürlicher Deutung vorzubeugen. Dadurch hat gegenwärtiges Buch vor vielen anderen den Vorzug der Treue und Quellenmäingkeit. Wir haben es vom Anfalu,e bis zu Ende durchgesehen (eS enthält noch die nachbiblische Geschichte bis zur Zerstörung Jerusalems durch Titus), und gefunden, daß es in dieser EigenthümUchkcir, mit Takt überall das für die Jugend Angemessene auswählend, sich stets gleich bleibt, woraus erhellt, daß der Herr Vers, sich der bestimmten Richtung bewußt ist, in welcher er Vit Jugend belehrt. Uns ist eine solche Bestrebung immer achtbar, wenn wir auch persönlich nicht ganz mir derselben einverstanden sein können. Zn der Hand eines gleich tüchtigen Lehrers wird dicö Buch übrigens auch denen leicht zur Unterlage dienen, welche den Stoff anders aufzufassen angeleitet werden sollen. Und so finden wir das Werk seinen Platz in dem Schriftthum dieser Art einzunehmen vollkommen berechtigt, und eS hat uns gewissermaßen befremdet, von manchen Seiten her — gedruckt ist uns nichts zu Gesichte gekommen — zu vernehmen, daß Strenggläubige allerlei Bedenken gegen das Buch hegen. Wir geben gern zu, daß ein tiefwurzelndes Gefühl bisweilen eine abweichende Richtung da wahrnimmt, wo äußerlich kein Grund dazu vorhanden ist', allein wir wissen auch, daß dies Vorurthcil oft dergleichen am unrechten Orte wittert, und absichtliche Tadelsucht demselben fördernd zur Seite tritt. (Line gerechte Würdigung aber prüft mit Besonnenheit, und wir glauben um so eher das Buch gegen jeden Vorwurf der Denkfreiheit in Schutz nehmen zu dürfen, als wir dieser in vollem Maße zugethan sind, ohne darum, wie sich von selbst versteht, die Neligions-Quellen minder ehrwürdig zu be handeln. Was wir an dem Buche etwa auszusetzen haben, wollen wir inzwischen nicht verhehlen; vielleicht erscheint es in einer andern Auflage, welcher die Bemerkungen einer wohlgemeinten Beurrheilung zu Nutze kommen kann/Zunächst hätten wir gewünscht, daß die ganze Fassung das über die heilige Schrift ausgegossene tief dichterische Zauberlrcht nicht gänzlich verleugnet hätte. Nach unserer Ansicht verliert die Darstellnng des trockenen Inhalts an Lebenswärme und wird zum kalten Gerippe ohne Fleisch und Blut. Die Aufnahme einzelner Schilderungen mit den Worten des Urtextes macht dies nur noch fühlbarer. Sie erscheinen, wie abgerissene Glieder, die sich nicht mehr ins Ganze fügen. Je mehr wir aber aus denselben erkennen, daß der Verf. befähigt ist. die Erzählung im Geiste der Urschrift einzukleiden, um so mehr bedauern wir, daß er, ohne Zweifel aus besonderen Gründen, stcb