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Der israelitische Volkslehrer · 1857-07-01 · Heft 7 (Juli 1857) · page 31

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 7 (Juli 1857)
Date
1857-07-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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Erwiederung Gutmanns. 239 stimn, deren Weisheit er, der Hochgebildete, in sich aufgenommen habe. Wenn dem wirklich so ist/warum sollte dann nicht auch seine Erzählung von seinen dreijährigen Studien unter Vanus ebenfalls als eine solche grundlose Prahlerei angesehen werden? Hatten die Essäer überhaupt mit Philosophie wenig zu schaffen und waren es blos mystische Hyperorthodore. warum sollte gelave dieser Einzelne eine Ausnahme von der allgemeinen Regel machen? Doch dem sei, wie ihm wolle, so erscheint es immer alS willkührlich diesen Vanus. den Josephus aufsuchte, weil die drei Sekten seinen Wissensdrang nicht befriedigen konnten, zum Essäer zu machen, weil seine Lebensweise mit der der Efsäer Aehnlichkeil hatte. Was nun den letzten Punkt, die Charakterschilderung des M'.'ius Josephus, betrifft, so gesteht Herr Or. Äraetz selbst zu, Laß ihm anch von anderen Seiten der Vorwurf gemacht wurde, er habe denselben zn schwarz geschildert. Er beharrt jedoch auf inner Behauptung, daß Josephus ein erbärmlicher Wicht gewesen sei. Allein die Gründe, die er dafür beibringt und womit er meine mildere Ansicht über den Charakter des Josephus zu widerlegen sucht, konnten mich wenigstens nicht überzeugen. Er sagt : .Kecensent gibt diese zum Theil zu, will ihn aber damit entschuldigen, daß Josephus nichr von der Mtrazetokenpartei, sondern von der gemäßigten Partei sein Mandat erhalten und in deren Sinne gehandelt hatte. Allein wozu die großen Krkegsrüstuugen, die er in Galiläa betrieben, wenn er den Auftrag hatte, mit Sack und Pack;» den Römern überzugehen?" Wer aber hat davon etwas gessgt. daß Josephus den Auftrag hatte, zu den Römern über« Metze»? Im Gegentheil habe ich gesagt, daß er die umfassendsten Rüstungen getroffen, um, wo möglich, günstige Fnedeusbedingungeu von den Römern zu erlangen, nach dem Grundsätze: Li vis paesm, para Keitum. Die Zeloten hingegen, namentlich Johanne» von Gischala. suchten diese Absicht zu hintertreiben und thaten Alles, was in ihren Kräften stand, um einen unheilbaren Bruch Vit den Römern herbeizuführen. Dadurch wurde die Stellung des Josephus immer schwieriger und jede ersprießliche Thätigkeit desselben gehemmt. Daß er sich bei der Verteidigung von Jota-?.Ua keineswegs als ein „erbärmlicher Wicht/'sondern als ein erfahrener und tapferer Feldherr benommen, wird Graetz selbst zugestehen, so wie ich es eingeräumt habe, daß er für sein liebes Ich allzusehr eingenommen und seine endliche Flucht zn den Römern (jedoch ohne Sack und Pack) höchst schimpflich war. Wenn sich Ersetz darauf beruft, daß auch der Sm-.hedriaipräsident Simon ben Gamaliel dekretirte, daß Josephuö seines Amtes entsetzt

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