Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1857)
- Date
- 1857-07-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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Geschichte v^n Or. Grätz. cber ich dargetban habe, daß nicht allein die verschiedenen Zeitangaben des JosephuS und deS Vucheö Nehemia. sondern auch andere Differenzen in den beiderseitigen Berichten für die An. nähme von zwei SanballatS sprechen. Dr. Engelbert, welcher gleicb Graetz diese Annahme bekämpft, weicht hinwiederum darin von ihm ab, daß er die Zeitbestimmung des Zoftphus über den Aufbau deS GarizimlempelS aufrecht halt. Nur die eine Frage möchte ich mir hier noch erlauben: Wenn die Angabe des Jost: phuö, der die einzige Quelle ist, aus welcher wir genauere Kunte über die Erbauung dieses Tempels schöpfen können, als irrig ver worfen wird (wa.j an und für sich ebendeßhalb, weil-wir kenn andere geschichtlichen Daten über dieses Ereigniß haben, als sehr gewagt erscheinen dürfte), woher läßt sich dann überhaupt ein Lx. stimmte^ Urtheil über den Zeitpunkt der Erbauung des GariMtempelS sowie über die Dauer desselben ableiten? Wie konnte demnach von Graetz behauptet werden, daß er an drei Jahrhmu derten gestanden habe? Wenn S. 158 erzählt wird, daß nach dem Tode der Kh, nigin Salome Alexandra der Kampf zwischen ihren beiden Söh. neu Hyrkan und Aristobul ausgebrochen ist, und dann hinzugefügt wird: „Zur größeren Sicherheit hatten die Hyrkanisten Aristobuls Frau und Kinder als Geißel in die Vurg Baris in Haft gebracht," so muß der Leser nothwendig auf den Gedanken gebrach; werden, daß diese Gcfangensetzung erst nach dem Ausbruche des Bruderzwistes, mithin nach dem Tode der Salome geschehen sei. Da nun Zosephus ausdrücklich erzählt, daß die Königin den Befehl zur Verhaftung von Aristvbul's Frau und Kindern gegeben, so hat sich vr. Graetz allerdings eine Ungenauigkeit in der Darstellung zu Schulden kommen lassen. Mag auch der Umstand an und für sich unbedeutend sein, so darf doch der Leser auch in dergleichen Nebenfachen vom Geschichtschreiber nicht irre gefübu werden. Großes Gewicht wurde übrigens auch von mir m der Recension auf diesen Punkt nicht gelegt. Zu S. Z85 habe ich es gerügt, daß Malich als Hyrkans Freund, welcher der Einzige war, der eS mit Hyrkan treu meinte, dargestellt wird, während er, nach dem Ausbrühe des Krieges zwischen Eassius und Antonius, das Volk zum Abfalle von de« Römern zu bewegen und selbst den Thron zu besteigen hoffte, wobei er mit Hyrkan leicht fertig zu werd^ gedachte. Graetz will nun wissen, woher ich diese Notiz habe, unl behauptet, Zosephus sage gerade das Gegenrheil: Malich lM gedacht, durch Beseitigung des AntiPater werde Hyrkan'S Herrschaft gesichert sein. Die fragliche Notiz findet sich im Jüdischen KmZt