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Der israelitische Volkslehrer · 1857-07-01 · Heft 7 (Juli 1857) · page 23

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 7 (Juli 1857)
Date
1857-07-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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und die protestantische,! Dissidenten. 231 tröstet sich einfältiglich der Wahrheit, daß, was der ewigen GcrecknMt und Liebe widerspräche, nicht von Gott kommen kömue. Er weiß, daß was in der Schrift steht, nicht darum wahr ist. weil eS in der Sä'rifr steht; sondern daß es vielmehr in der Ickrift steht, weil es wahr ist '). Moses sagt: wem: nnter Euch ein Prophet aufsteht, der Zechen und Wunder thut. aber Götzen-- dttust predigt, und es erfüllen sich auch die Zeichen und Wunder, so sollt Ihr doch nicht auf seine Stimme hören, sondern ihn steinigen, denn der Herr versuchet Euch nur, ob Ihr seiner Lehre anhänget. Daraus schließt nun der geineine Laienverstand: also beweisen die Wunder nicht die Lehre, sondern die Wahrheit der Lehre muß für die Wahrheit der Wunder zeugen. Die theologischen SlaatSkunstlcr und die staatökünstlerischen Theologen aber hören von alle dem nichts, als das, ihren Ohren so lieblich klingende Wort: steinigt ihn! Freilich heut zu Tage will sich das nicht machen, ist auch nicht nicht eben vonnöthen, denn „der Iraat des alten Bundes ist nicht das Vorbild der christlichen Staaten, sondern des zukünftigen Reiches Gottes. Im christlichen Staate ist das Reich der Gnade nicht, wie im jüdischen daö Reich des Gesetzes, offenbar" (Stahl a. a. O.). Wenn nun einem, jetzt zum Ketzer degradirten ehemaligen frommen Christen wie Bunsen, diese „Vorbildlichkeit nicht besonders einleuchtet, da im Reiche Gottes keine Steinigung stattfinden" möchte, so wird er belehrt, daß es im Reiche Gottes zwar „keine Steinigung, wohl aber eine ewige Vervammniß derer gebe, die nicht glauben, und das Vorbild dieser Ausstoßung eben jene Ileimgung sei" (Stahl gegen Günsen, S. 77. Note). Von unserem Standpunkte aus haben wir über die Frage, ob der Satz: Das ist auch einer der Satze, vie von vSanct Lessing" herrühren, Md den fromme» Buchstabier» sehr ketzerisch erscheinen. Ob aber auch dem Hwßtn Reformator, möchten wir sehr bezweifeln. Wa6 würde Herr Stahl gn-zt haben, wenn etwa Bunsen. wie Luther, die Epistel Jacobi im neuen Tt5ame»te eine »stroherne Epistel" genannt hatte? In seiner Schrift von t-N Conciliis und den Kirchen sagt Luther (B. XVI. Seite 261S—3619 WM'sche Angabe): »Nach dem ersten Concil der Apostel zu Jerusalem (A?o5et>,esch. >s. 23 u. 29) soll der heilige Geist durch sie (die- Apostel) gwrwkl haben, daß man sich enthalte von Götzenopfern, Blut, Ersticktem A s. w.»--^Sollten wir „im nach diesem Cgncilw uns von Blut ent- Wtm. so würden wir die Juden m Meistern lassen werden in unfern Kirchen und Küchen.« Unmöglich zu halten sei es nicht, „man werde darum nicht Hu-iMS sterben." Er -wisse keinen anderen Rath, als daß man das Wort hnligtr Geist auskratze, und lasse die Apostel eS allein gedacht haben, ohne den heiligen Geist. Ist das lacherlich? Ev deute du was Besseres!» Wie würden die neuen ZionSwächter solche Ansprüche anathemifiren. wenn sie, statt von Luther, von »Samt Lesmiqsd«r von -Samt Göcheherrührten! *

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