Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1857)
- Date
- 1857-07-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3129675-3129778-3129786--2062-3133031- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
und die protestantischen Disstdenteii. 229 lkU-l!N Ä-ispiel u-,l-r vielen^) heraus, um den Herren 5er kleinen aber macht gen Partei" de» Beweis zu liefern, daß die xractisch- Anwendung der Rechtsgleichheit der Bekenner der drei christlich.»!! Confesstonen auf die deutschen StaatSverhältnisse, eben ss wie die der Bekenner der jüdischen Religion auS Frankreich h-räberkam. Wollen sie also die Verwerflichkeit der Letzteren aus dl-.s'N Ursprung.' beweisen, so dürfen sie Jene, aus demselben Grunde, eben so wenig billigen. Aber nur die practische Verwirklichung in deutschen Staaten, nicht die Idee selbst ist von Frankreichs oder wenn man lieber will, von der französischen Revolution ausgegangen. Die große Wahrheit, daß Menschen- und Gottesliebe die Summe der eigentlichsten und höchsten Lehren der N-tigion sei, alles Andere sich zu diesen nur wie Mittel zum Zwecke verhalte, und wer den Nächsten drückt, verfolgt oder zunicksetzt, weil er daS Unnennbare mit einem andern Namen nennt, das hieniedcn Unfassbare in anderen Formen bekennt, nicht ein Gottesbekenner, sondern ein praktischer Gottesleugner sei, ist so alt wie die Liebe Gottes zu den Menschen, wie das Gefühl der Gottheit im menschlichen Herzen. Gott war ehe eS Staatspfaffen und Kircheiipfaffen gab, und die Religion ist alter als die Theologie. Das Gebot seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst, also auch seine Ueberzeugung wie die eigne zu ehren, stammt nicht aus der Revolution, sondern aus dem alten Testamente, und das Wort- Wir (Menschen) haben Alle Einen Vater, Ein Gott schuf uns Alle, und Bruder soll nicht treulos handeln gegen Bruder, also gegebene feierliche Zusicherungen nicht brechen, verkümmern oder deuteln, dieses Wort kommt nicht von einem „De struet io n S m anne," sondern vom Propcherm Maleachi, (2, 10). Wenn wir der Partei der Kreuzzeitung zurufen: „wer bist du, daß du einen fremden Knecht (d. i. Diener einer Ueberzeugung, nicht Sklaven eines Menschen) richtest? Er steht oder fällt seinem Herrn. Er mag aber wohl aufgerichtet werden, denn Gott (also nicht Theologen, auch nicht der Staat) kann ihn wohl aufrichten," ss führen wir ihr nicht einen Satz von Sanct Lessing (wie *) Ss z. B. rührt in Frankfurt a. M. die Gleichstellung der katholisches und calvim'stischen. eben so wie die der israelitischen Bürger der Stadt mit den lutherischen, von der Dalbergischen Negierung her. Im Churfür- «wihttm Sachsen, dessen Fürsten sich seit dem Ende des 17. Jahrhunderts M katholischen Religion bekannten, wurde erst am Ende des Jahres 1806, dnch den mit Napoleon geschlossenen Friedensvertrag zu Posen ( l. Dec.j. die volle Gleichstellung der Katholiken mit den Lutheranern, ßlttchzlltlg mtt der tSrtheilung des Königstitels an den bisherigen Chnrsurften, ausgesprochen. "