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Der israelitische Volkslehrer · 1857-07-01 · Heft 7 (Juli 1857) · page 19

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 7 (Juli 1857)
Date
1857-07-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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und dit protestantischen Dissidenten. 227 vorzuenthalten, von den Juden sei solche Gefahr nicht zu besorgen. Das war freilich kein sehr frommer oder sittlicher Grund, aber er war offen und geradeaus zugestanden, und in keine metaphysische, theologische oder pharisäische Spitzfindigkeit eingehüllt. Auch führt der G ru nd sa tz, welcher der Gleichstellung der Katholiken und Disseuters im protestantischen Staate nothwendig zu Grunde liegt, bei diesem praciiscken und conseqnenten Volke nothw-ndig zur Gleichstellung der ^Israeliten, zu dem ihnen von der lZiw von London gesetzlich ertheilten Bürgerrechte, zur Wahl des Herrn Zolomons zum Lorv-Mayor von London, sowie zu der seit MenZahren lmNnterhanse mit großer Mehrheit angenommenen und eben jetzt noch von der Negierung vorgelegten Bestimmung, welche den englischen Juden die Pforten des Parlaments öffnen soll"). Auch hat Lord Patmerfton bei Vorlegung des hierauf bezüglicke» Gesetzentwurfs (15. Mai 1857) diese Konsequenz ausdrücklich anerkannt. Er sagre: s^glign. lVIes5ei,gei' IL. u. 19. Mai 1857) „Wir haben die ungerechten Bestimmungen beseitigt, welche unsere katholischen Mitbürger verhinderten, Theil an den Verathungen v-efts Hauses zu nehmen. Die Ausschließung der Juden (aus dem Parlamente) ist beinahe der letzte Lumpen (tdg last rag) des VorurtheilS uud der Unduldsamkeit, welcher noch abzuthun ist." Der edle Lord findet gerade im Christenthum — wie er und gewiß mit ihm alle die Männer es verstehn. welche die Religion im Geiste und in der Wahrheit auffassen — einen zwingenden Grunv zu dieser Bestimmung der Gerechtigkeit und Humanität. „Das Christenthum" sagt er, „ist eine Religion, welche ihre Bekenner Liebe gegen das ganze Menschengeschlecht lehrt, welche befiehlt, Anderen nicht zu thun, was wir nicht gegen unö gethan haben wollen, mit einem Worte, unsere Nebenmenscben wie uns selbst zu lieben, also alle die Grundsätze zu bekennen, denen wir untreu werden, indem wir unsere jüdischen Mitbürger willkührlicher und unnöthiger Weise vom Parlamente ausschließen." Wir fragen nun Jeden, dessen Religion in seinem Herzen wurzelt: welche Auffassung des Christenthums ist würdiger, welche geeigneter ihm die Gemüther zu gewinnen, die dieses englischen Staatsmannes, oder die der Herrn Stahl unv Wagener, nach welchen das Christenthum „die Religion der Intoleranz" sder auch die Irvingisch-Chiliastische Lehre von einem tausendjährigen Reiche ist, dessen palästinensisches Bürgerrecht den Juden sufbewahn werden müsse? TidaSkalia vom 23. Mai ist dieser Gegensatz oeS humanen CbrckenthumS Palmerstons, Anstels und so vieler englischer und deutscher Bekenner der chrzstUcheu Religion mit dem „intoleranten" Chnsteiilhum oer Herren Stahl und Wagener in scharfen Worten auüeinaiidergeftbt. 17«'

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